Globale Apokalypse – Wenn ein Sonnensturm uns frontal trifft…

Das globale Elektrizitätsnetz ist äußerst fragil. Ein kräftiger Sonnensturm wie im Jahr 1859 würde weltweit sämtliche Transformatoren durchbrennen lassen und Kernschmelzen bei den Atomkraftwerken einleiten. Wir wären wieder in der "Steinzeit".

Von Mike Clover

"Wenn er getroffen hätte, würden wir immer noch die Stücke aufsammeln", sagt Daniel Baker von der University of Colorado. Die Rede ist von einem Megasturm, der uns im Juli 2012 beinahe getroffen hätte. Nein, kein Orkan oder Ähnliches, wir reden von einem Sonnensturm. Ein Sonnensturm ist ein Sturm von Partikeln, die durch gewaltige Explosonen auf der Sonne ausgestoßen werden. Wenn diese CME (Coronal Mass Ejection) Richtung Erde gerichtet sind, passiert im Normalfall nicht viel, es gibt eben Polarlichter.

Sonne

Das Magnetfeld der Erde leitet die Partikel ab und schützt uns so vor solchen Partikelstürmen. Ist ein Sturm jedoch zu stark, kann das Magnetfeld die Partikel nicht mehr abwehren und es kann zu einer Katastrophe kommen. Das ist zum letzten Mal in der Nacht vom 1. auf den 2. September 1859 passiert. Damals waren die Auswirkungen so stark, dass die Telegrafenleitungen in den USA fast völlig zerstört wurden. In Nordeuropa und Nordamerika schossen Starkströme durch Telegrafenleitungen, Telegrafenpapier fing Feuer, und das gerade weltweit installierte Telegrafennetz wurde massiv beeinträchtigt. Es waren Polarlichter bis Rom, Havanna, Australien oder auch Hawaii zu beobachten.

Hätte der Sonnensturm im Juli 2012 die Erde nicht knapp verfehlt, wäre er mit ähnlicher Wucht wie jener im Jahre 1859 auf die Erde getroffen. Der Unterschied ist nur, dass wir heute viel mehr auf Elektrizität angewiesen sind als damals. Der weltwirschaftlich Schaden hätte schätzungsweise 2,6 Billionen Dollar betragen. Doch die langfristigen Folgen wären weit verheerender gewesen: Durch die Einleitung von starken Strömen in die Stromleitungen auf der Erde wären so ziemlich alle Transformatoren zerstört worden. Wir wären jahrelang ohne Strom, d.h. kein TV, kein Internet, keine Telekommunikation, kein Benzin und dergleichen.

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Nordlichter

Transformatoren in der benötigten Größe werden nur von sehr wenigen Firmen auf der Welt hergestellt und sind dazu noch sehr teuer, so dass faktisch kaum Ersatzgeräte existieren. Alle Transformatoren zu ersetzen würde ca. 20 Jahre oder länger dauern. Doch noch verheerender wären die möglichen Auswirkungen auf unsere Atomkraftwerke. Alle Atomkraftwerke müssen natürlich die Brennstäbe kühlen. Dies geschieht über elektrische Pumpen. Diese würden bei einem Sonnensturm in diese Stärke wahrscheinlich durchbrennen. Falls nicht, gäbe es nach dem aufbrauchen der Energie aus den Batterien aber keinen Strom mehr. Weltweite Kernschmelzen wären die Folge.

Zum Glück ist dieser Sonnensturm an uns vorbei gegangen. Das wird aber nicht so bleiben. Es ist wie bei den Asteroiden: Die Frage ist nicht ob wir getroffen werden, sondern wann. Der große Unterschied ist jedoch, dass die Möglichkeit von einem Asteroiden oder Meteor getroffen zu werden, der die Menscheit auslöschen könnte verschwindend gering ist. Die Möglichkeit eines Sonnensturmes in Stärke des sogenannte Carrington-Event von 1859 getroffen zu werden liegt in den nächsten Jahren bei 1:8!

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