Zerknitterte Dollarnote über US-Flagge. Bild: Flickr / Images Money CC BY 2.0

Der US-Dollar ist nach wie vor die wichtigste Anlage- und Kreditwährung der Welt. Vor allem die ärmeren Länder nutzen solche Dollar-Papiere – und stehen deshalb vor dem Ruin.

Von Marco Maier

Insbesondere für die Entwicklungs- und Schwellenländer steht eine harte Zeit bevor, da der US-Dollar einerseits an den Devisenmärkten wieder zulegt, andererseits die Fed die Zinsen wieder anhebt und drittens viele (institutionelle) Anleger und Spekulanten ihre "Investitionen" aus diesen Ländern abziehen und sich wieder auf US-Papiere stürzen. Das Problem bestand schon einmal im Jahr 2015.

Inzwischen warnen schon diverse Notenbanken vor dieser Entwicklung, da dies weltweit zu Revolten, Aufständen und Protestmaßnahmen führen könnte. Denn nicht nur viele Staaten haben sich in US-Dollar verschuldet, auch unzählige Unternehmen und Privatpersonen. Erstere, weil sie sonst nicht an genügend Kapital kommen, Zweitere und Letztere vor allem deshalb, weil die Zinsen im Vergleich zu Krediten in der jeweiligen Landeswährung extrem niedrig sind. Allerdings bekommen sie jetzt das Währungsrisiko zu spüren – wie bereits in Bezug auf die Türkei als Beispiel erläutert.

In einem Op-Ed, das über Nacht in der "Financial Times" veröffentlicht wurde, schreibt ein Zentralbanker, wenn es zu Turbulenzen auf den globalen Emerging Markets kommt, sei es die akute, idiosynkratische Version in Argentinien und der Türkei, die nach JPMorgan zum Scheitern verurteilt sei…

turkey argentina

.. oder die allmählicheren Ausverkäufe, die in Ländern wie Indonesien, Malaysia, Brasilien, Mexiko und Indien beobachtet werden, sind nicht verantwortlich für den Zinserhöhungszyklus der Fed. Stattdessen beschuldigen sie den "doppelten Schlag" der schrumpfenden Bilanz der US-Notenbank in Verbindung mit dem Dollar, der die Verschuldung des US-Schatzamtes in die Höhe treibt.

Man kann davon ausgehen, dass es in nicht wenigen dieser Länder bald schon zu Aufständen kommen wird. Schon jetzt protestieren beispielsweise immer wieder die Argentinier gegen die Wirtschaftspolitik von Präsident Mauricio Macri, in der Türkei hingegen schafft die Führer-Politik von Präsident Recep Tayyip Erdogan (noch) für halbwegs Ruhe. Doch wie lange noch? Die Inflation explodiert, die Lira schmiert weiter ab und immer mehr türkische Unternehmen rutschen wegen ihrer Dollar-Kredite in die Pleite – genauso wie viele in Dollar verschuldete Privathaushalte nicht mehr wissen, wie sie ihre Kredite bedienen sollen.

Auch Staaten wie Indonesien, Indien und Mexiko stehen wegen der starken Dollar-Abhängigkeit vor großen finanziellen Problemen. Kein Wunder also, dass das gerade von der Volksrepublik China und der Russischen Föderation vorangetriebene System der Verrechnung des bilateralen Außenhandels in den jeweiligen Landeswährungen und auch auf Basis des direkten Gütertausches gerade bei den Entwicklungs- und Schwellenländern auf immer mehr Anhänger stößt.