Die Politik des billigen Geldes und der monetären Flutung der Finanzmärkte macht die Reichen noch reicher. Das Vermögen der Reichen dieser Welt wuchs auch im letzten Jahr stark an.

Von Redaktion

Die globale Finanzelite wird – auch Dank der Geldpolitik der Zentralbanken – immer reicher und reicher. Ein neuer, am Dienstag veröffentlichter Bericht zeigt, dass der Reichtum der 18,1 Millionen "High Net Worth Individuals", die ein Anlagevermögen von einer Million Dollar oder mehr haben, im vergangenen Jahr um 10,6 Prozent auf über 70 Billionen Dollar gestiegen ist. Der "World Wealth Report 2018" des Beratungsunternehmens Capgemini ergab, dass der Wohlstand der Millionäre im Jahr 2017 zum sechsten Mal in Folge auf 70,2 Billionen Dollar anstieg. Man geht davon aus, dass er bis 2025 einhundert Billionen Dollar übersteigen wird.

Capgemini definiert ein High Net Wealth Individual (HNWI) als jemanden mit einem Vermögen von über einer Million Dollar, ohne seinen Hauptwohnsitz, seine Sammlerstücke oder seinen Konsum oder Lebensstandard zu berücksichtigen. Damit ist eine wohlhabende Auslese definiert, die mehr als eine Million Dollar in Aktien, Papieren, Immobilien oder anderen Investitionen besitzt.

Die Daten zeigen, dass die Zahl dieser HNWI weltweit um knapp zehn Prozent bzw. 1,6 Millionen Menschen stieg. Dabei lebten beinahe zwei Drittel der Dollar-Millionäre bzw. Milliardäre in den USA, Japan, Deutschland und China. Der Großteil des Vermögens der Reichen liegt demnach in den Regionen Asien-Pazifik (21,6 Billionen Dollar), Nordamerika (19,8 Billionen Dollar) und Europa (15,9 Billionen Dollar). Zum Vergleich: Im Jahr 2010 hatten die HNWI insgesamt noch 42,7 Billionen Dollar an Vermögen, wobei Nordamerika dort mit 11,6 Billionen die Liste anführte, gefolgt von Asien-Pazifik (10,8 Billionen Dollar) und Europa (10,2 Billionen Dollar).

Die Finanzoligarchie selbst befindet sich innerhalb dessen, was der Bericht als "Ultra-High Net Wealth Individuals" (UHNWI) bezeichnet, das heißt es sind Personen, die mindestens über 30 Millionen Dollar an investierbarem Vermögen verfügen. Sie machen nur ein Prozent der HNWI oder 174.000 Personen aus, aber sie machen einen weit überproportionalen Anteil am Gesamtvermögen der HNWI-Millionäre aus, ebenso wie an der Zunahme ihres Vermögens. Diese Ultra-HNWIs besitzen etwa 35 Prozent des gesamten HNWI-Vermögens. Im Jahr 2017 wuchs die Anzahl ihrer Mitglieder um 11,2 Prozent. Ihr Vermögen wuchs um 12 Prozent und erreichte 24,5 Billionen Dollar.

Loading...

Im Grunde genommen ist diese Entwicklung nur ein Zeichen der Entkopplung der Finanzwirtschaft von der Realwirtschaft. Doch das Hauptproblem dabei ist, dass die Realwirtschaft dieser Finanzwirtschaft die Renditen erwirtschaften muss, was nur durch massive Rationalisierungen und Kreditaufnahmen möglich ist. Ein System, welches irgendwann einfach kollabieren muss.

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...