FIFA-Präsident Gianni Infantino. Bild: Flickr / Doha Stadium Plus Qatar CC BY 2.0
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Die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft im Jahr 2022 an Katar schlägt weiterhin hohe Wellen: Vor wenigen Wochen haben die zehn Mitgliedsverbände der südamerikanischen Fußball-Konföderation gefordert, die Erweiterung des Turniers auf insgesamt 48 Mannschaften bereits nach Russland einzuführen. Ursprünglich war die Änderung des Turnierplans, welche unter anderem ein Sechzehntelfinale mit sich bringen wird, erst für die WM 2026 geplant gewesen.

Mehr Mannschaften ab 2022?

Ausnahmsweise stecken keine fragwürdigen Aktivitäten der FIFA hinter der Entwicklung, sondern die auf der Weltbühne bekannten Fußball-Verbände, für deren schwächere Mannschaften so eine größere Sichtbarkeit auf der internationalen Bildfläche möglich wird. Die Gründe für die geplante Änderung liegen allerdings auch für die FIFA auf der Hand: Nicht nur wird es so möglich sein, die Fußball-Begeisterung, die alle vier Jahre zur WM ausbricht, auch auf die letzten Länder dieser Welt auszudehnen. Zudem hat die Entscheidung direkte positive Einflüsse auf die finanziellen Einnahmen des Dachverbands: Mehr Spiele bedeuten mehr Übertragungen und dadurch höhere potentielle Gewinne für alle Beteiligten. Dies gilt auch für mit dem Fußball verbundene Industrien und Märkte, die davon betroffen sind – Wettanbieter zum Beispiel nehmen selbstverständlich auf den Gewinn der Weltmeisterschaft Einsätze an; neben Bundesliga und Champions League, welche bei den Fans ebenfalls für Einsätze sehr beliebt sind. Während der Fußball-WM verzeichnen außerdem lokale Anbieter wie Bars und Veranstalter von „Public Viewing“ Events einen großen Anstieg bei den Einnahmen.

Deutschland nach dem 1:0 gegen Argentinien 2014. Bild: Marcello Casal Jr/Agência Brasil CC BY 3.0 br
Deutschland nach dem 1:0 gegen Argentinien 2014. Bild: Marcello Casal Jr/Agência Brasil CC BY 3.0 br

Chance oder Entwertung?

Die Frage, die im Raum steht, ist natürlich, ob durch eine Erhöhung der Teilnehmerzahl der Mannschaften auf 48 die WM entwertet wird. Denn ob die höhere Anzahl der Spiele (inklusive Sechzehntelfinale) bei den Zuschauern gut ankommen wird, ist nicht sicher – ebenso wie die Rezeption anderer Pläne des Verbands. Es wird wichtig sein, dass FIFA, Veranstalter und Medien die geplante Änderung vorsichtig umsetzen und dabei die Fans mitnehmen. Denn nur dann wird die WM in Katar ein Erfolg werden können; auch für das Land, welches durch ein Ereignis dieser Größe vor immense logistische Herausforderungen gestellt werden wird.