Die bestehenden Goldminen sind langsam leer, neue werden kaum noch gefunden. Doch die Nachfrage bleibt hoch. Der Goldpreis könnte deutlich ansteigen.

Von Marco Maier

Der Goldpreis könnte in den nächsten Jahren geradezu explodieren. Grund dafür ist der Umstand, dass die bekannten Goldminen in den nächsten Jahren zunehmend ausgeräumt sind und neue Goldlagerstätten nur sporadisch gefunden werden. Alleine in Australien, so Prognosen, wird der Ausstoß der Goldminen in den nächsten acht Jahren um die Hälfte sinken.

Dabei ist das Land mit rund 274 Tonnen (Produktion 2015) nach China (offizielle Förderung: 460 Tonnen) der zweitgrößte Goldproduzent. Russland lag im Jahr 2015 mit 268,5 Tonnen (diese jedoch fast ausschließlich für den Binnenmarkt und die russische Zentralbank) auf Rang drei. Hinzu kommt, dass von den zehn Ländern mit der größten Goldförderung gleich vier – nämlich Südafrika, die USA, Peru und Russland – bereits von 2005 bis 2015 Produktionsrückgänge vorwiesen. In der Volksrepublik China gibt es inzwischen auch ein Minus bei der Förderung.

Doch trotz steigender Explorationskosten – in diesem Jahr schätzungsweise 54,3 Milliarden Dollar, ein Plus von 60 Prozent seit dem Jahr 2000 – wird nicht so viel mehr Gold gefördert. Während der letzten Dekade haben die Explorationen Lagerstätten mit insgesamt 215,5 Millionen Unzen (ca. 6.109 Tonnen) des begehrten Edelmetalls entdeckt. Und selbst mit den bislang entdeckten aber noch nicht ausgebeuteten Goldlagerstätten werden, so Berechnungen, in den nächsten zehn Jahren maximal 363 Millionen Unzen (ca. 10.291 Tonnen) gefunden werden.

Dabei bleibt die Nachfrage nach dem beliebten Edelmetall weiterhin hoch – unter anderem auch deshalb, weil Staaten wie Russland, China und die Türkei ihre staatlichen Goldreserven ausbauen. Seit dem Jahr 2010 lag die jährliche Gold-Nachfrage stets bei zwischen 4.070 und 4.740 Tonnen. Das heißt, die Neuentdeckungen werden gerade einmal rund ein Viertel der globalen Nachfrage abdecken können.

Dementsprechend kann man wohl auch davon ausgehen, dass trotz der ganzen Preisverzerrungen durch das "Papiergold" über kurz oder lang auch der Goldpreis deutlich nach oben gedrückt wird. Ein Preis von 5.000 Dollar oder mehr pro Feinunze ist hierbei durchaus möglich.