Die Fregatte Hamburg eskortiert den US-Flugzeugträger USS Eisenhower. Bild: US Navy, public domain
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Sinkende Militärausgaben sind eigentlich ein gutes Zeichen. Doch nicht für die westliche Presse, wenn es um die eigenen Kriegsbudgets handelt.

Von William J. Astore / Antikrieg

Beim Durchsehen meiner E-Mail-Updates sah ich zwei Artikel, die sich mit angeblich abnehmenden Militärs befassten. Der Weekly Standard beschwerte sich, dass das britische Militär "verdammt, kaputt" sei. Der Artikel zitiert Großbritanniens Mangel an Kampfpanzern (nur 227) im Vergleich zu Russlands 20.000 und kommt zu dem Schluss, dass Britannias Führer eine "engstirnige, kostenorientierte Vision" haben, die Großbritannien unvorbereitet auf einen Großmachtkonflikt gemacht hat. Und hier dachte ich, dass der Kalte Krieg 1991 endete und dass sich ein Inselstaat historisch und vernünftig viel mehr um seine Marine und Luftstreitkräfte als um seine Armee kümmert.

So wie Großbritanniens Militär verwelkt, scheint das auch in Deutschland der Fall zu sein. Dazu der folgende Kurzbericht aus FP: Foreign Policy:

Die deutsche Verteidigungsministerin drängt auf einen erweiterten Militärhaushalt. Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat zusätzliche 14,6 Milliarden Dollar für den Militärhaushalt beantragt. Sie sagte, das derzeitige Budget von 45 Milliarden Dollar sei für die militärische Modernisierung Deutschlands bei weitem nicht ausreichend. Deutschland liegt derzeit noch unter dem von der NATO geforderten Militärbudget von 2 Prozent des BIP.

Das Nüchterne, Vernünftige, was zu tun ist, ist nach Ansicht von Militärexperten immer die Ausweitung der Militärausgaben. Unklug, vielleicht verrückt ist es zu versuchen, vernünftige Ziele zu setzen, die sich auf die nationale Verteidigung konzentrieren, und nicht mehr als das auszugeben, was für eine gute Abschreckung notwendig ist.

Etwas anders ausgedrückt, wenn wir (die Vereinigten Staaten) Pläne ankündigen, 1,2 Billionen Dollar für die Modernisierung einer Atommacht auszugeben, die bereits jetzt die Welt zertrümmern und das Leben beenden kann, wird dies vom Präsidenten (ob Obama oder Trump), dem Kongress und natürlich dem militärisch-industriellen Komplex als sinnvoll angesehen. Aber wenn andere Länder eine relativ kleine Schlagkraft entwickeln (Nordkorea) oder das Potenzial haben, eine kleine Schlagkraft zu entwickeln (Iran), werden diese Länder als monströse Gefahren für den Weltfrieden angeprangert.

Und natürlich dient die Aufrüstung der USA immer dem Frieden!

Ab und zu lohnt es sich, die Botschaft von Dwight D. Eisenhower über das zu lesen, was wir verlieren, wenn wir Geld für Waffen ausgeben:

Jede Waffe, die hergestellt wird, jedes Kriegsschiff, jede Rakete, die abgefeuert wird, bedeutet letztendlich einen Diebstahl von denen, die hungern und nicht gefüttert werden, von denen, die frieren und nicht bekleidet sind. Diese Welt der Waffen gibt nicht nur Geld aus. Sie verbraucht den Schweiß ihrer Arbeiter, das Genie ihrer Wissenschaftler, die Hoffnungen ihrer Kinder … das ist in keinster Weise eine Art zu leben, im wahrsten Sinne des Wortes. Unter der Wolke des drohenden Krieges hängt die Menschheit an einem Kreuz aus Eisen.

Das ist es, Ike. Höhere Militärausgaben sind kein Grund zum Feiern. Geringere Militärausgaben sind einer.