US-Botschafter Grenell, Trump und die NATO. Bild: Youtube

Der neue US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, verlangt von den westlichen Verbündeten die Implementierung neuer Sanktionen gegen den Iran. Die USA zeigen wieder einmal ihr imperialistisches Besatzergesicht.

Von Redaktion

Der neue Berliner US-Botschafter Richard Grenell hat den Druck auf die westlichen Verbündeten verstärkt, Sanktionen gegen den Iran zu verhängen. Dabei legt er das typische US-Gehabe an den Tag, wonach sie die Herren und die Verbündeten nur Vasallen sind. "Wir erwarten von unseren Freunden und Verbündeten, dass sich uns dabei helfen, den Iran zurück an den Verhandlungstisch zu bringen", sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Und das, obwohl die USA einen gültigen Vertrag einfach so in der Luft zerrissen und Teheran trotzdem dazu auffordern, sich an dieses Abkommen zu halten.

"Die Amerikaner sind der festen Überzeugung: Sanktionen funktionieren, wenn die internationale Gemeinschaft vereint ist. Das hat sich jetzt auch in Nordkorea gezeigt", so der US-Botschafter weiter. Grenell betonte: "Die Unterzeichnung des Atomabkommens hat die Welt gefährlicher gemacht – nicht die Aufkündigung." Der Botschafter fügte hinzu: "Glauben Sie im Ernst, dass die Mullahs in den vergangenen Jahren kein Uran angereichert haben?"

Auf die Nachfrage, welche Beweise er dafür habe, sagte Grenell: "Wir haben Beweise. Und wir zeigen sie regelmäßig unseren Partnern." Doch wenn es dafür solche Beweise gäbe, warum haben dann beispielsweise die Europäer (Großbritannien, Frankreich und Deutschland sind Mitunterzeichner des Abkommens) den Vertrag auch nicht aufgekündigt, wie es die Amerikaner auf Druck der pro-israelischen Politkreise taten?

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Bei neuen Verhandlungen müsse ein Abkommen herauskommen, "das den Iran daran hindert, Atomwaffen zu bekommen", so der US-Botschafter. Doch warum sollten die Iraner ein neues Abkommen schließen wollen, wenn sich die Amerikaner nicht daran gebunden fühlen und der nächste Präsident es dann eventuell erneut für ungültig erklärt? Zudem haben die internationalen Inspektoren Dank des Abkommens – welches Teheran trotz des Ausscheidens der Amerikaner weiterhin für gültig erachten – ohnehin Zugang zu allen Einrichtungen, die für solche Zwecke (Atomenergie bzw. Atomwaffen) genutzt werden könnten.

Auf die Frage, ob es dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump nicht eher um einen Regimewechsel gehe, sagte Grenell: "Am Augenblick wollen wir, dass die Iraner an den Verhandlungstisch zurückkehren." Die Strategie von Trump sei "immer Frieden – ob in Syrien, dem Iran oder in Nordkorea", betonte Grenell. Das mag vielleicht für Trump gelten, nicht jedoch für die ganzen neokonservativen Hardliner in seiner Administration, die am liebsten noch mehr Länder in Schutt und Asche legen wollen.

Zugleich verteidigte er die Verlegung der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem. Die "Sache mit der Botschaft wird doch hochgespielt", sagte er. "Wir können als souveräne Nation entscheiden, wo unsere Botschaft ist. Und wir wollen sie in Jerusalem haben."

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