Assad und Putin in Sotschi. Bild: SANA

Am Donnerstag war Präsident Assad zu Besuch in Sotschi bei Präsident Putin. Dieser forderte "alle ausländischen Kräfte" dazu auf, das Land zu verlassen. Auch die Iraner?

Von Marco Maier

Einen Tag vor Angela Merkel war Bashar al-Assad bei seinem russischen Amtskollegen in Sotschi zu Besuch, um dort über die Entwicklung in Syrien zu sprechen. Dabei ging es auch um die Reduzierung ausländischer Truppen in dem vom Krieg gezeichneten Land, welches mit westlicher, türkischer und golfarabischer Unterstützung destabilisiert wurde.

Dies war das dritte derartige bekannte Treffen in Russland zwischen den Präsidenten Assad und Putin seit 2015, und das erste Mal, seit zwei größere Fälle von externen Luftangriffen auf die syrische Regierung die Aussicht auf einen umfassenderen Krieg dramatisch eskalierten. Der erste war der Koalitionsangriff der US-geführten Koalition am 13. April mit über einhundert Raketen auf Orten in und um Damaskus; und der zweite war der israelische Angriff vom 10. Mai auf Dutzende Ziele in Syrien, was die größte militärische Eskalation zwischen den beiden Ländern in Jahrzehnten war.

Zweifellos hatten die beiden Staatschefs nach dem Aufschwung der ausländischen Militäraktionen in Syrien viel zu diskutieren, aber die Frage des Iran und Israels war wahrscheinlich größer. Nicht zu vergessen die israelische Angriffsdrohung hinsichtlich der "iranischen roten Linie". Man sollte sich daran erinnern, dass Netanjahu vor nur einer Woche einen zehnstündigen Besuch bei Putin in Moskau absolviert hat, gerade als israelische Jets in der Luft waren und Schläge gegen syrische Stützpunkte begannen, die iranische Truppen beherbergen sollten.

Loading...

Nun jedoch bestätigte die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA, dass Putin seinem syrischen Amtskollegen sagte, dass "ausländische Streitkräfte" Syrien zu verlassen hätten. In der offiziellen Abschrift des Treffens wird Putin folgendermaßen zitiert: "Wir versichern, dass mit dem Erreichen der großen Siege und der bemerkenswerten Erfolge der syrisch-arabischen Armee im Kampf gegen den Terrorismus und mit der Aktivierung des politischen Prozesses, es notwendig ist, dass sich alle ausländischen Truppen aus den Gebieten der Arabischen Republik Syrien zurückziehen."

Die Washington Post-Journalistin Liz Sly bemerkte dazu:

Putin verwies damit auf die weiterhin andauernden Friedensgespräche in der kasachischen Hauptstadt Astana, bei denen Russland, die Türkei und der Iran zusammen mit Syrien teilnehmen. Und: Dies wird teilweise (siehe Liz Slys Kommentar oben) auch als Wink an den Iran verstanden, sich ebenfalls aus Syrien zurückzuziehen – vor allem um weitere Angriffe der Israelis auf Syrien zu verhindern. Hala Jaber, der früher für die "Sunday Times" arbeitete, widersprach ihr jedoch:

Nun stellt sich die Frage: Wie geht es in Sachen iranische Truppen in Syrien weiter?

Liebe Leser, wenn sie kein Abo abschließen möchten, können sie uns auch mit einer Spende auf folgendes Empfängerkonto: Andreas Keltscha, IBAN: DE96100110012620778424, BIC: NTSBDEB1XXX oder per Paypal und Kreditkarte, unterstützen. Danke für ihre Hilfe!

Loading...