Tarnkappenjäger die in den russischen Luftraum eindringen, bzw. in die Reichweite der russischen Radargeräte fliegen, werden trotzdem entdeckt. Zwei russische Radarsysteme hatten bislang Erfolg dabei.

Von Marco Maier

Russland beweist, dass man auch mit einem kleinen Militärbudget Großes erreichen kann. Unter anderem auch in Sachen Radarsysteme, wie jüngere Vorfälle zeigen. Das sorgt auch bei den Amerikanern für Aufregung, weil deren Milliarden Dollar teure Technik zunehmend unwirksam wird. Der Mythos der amerikanischen Militär-Überlegenheit schwindet zusehends dahin.

"Die russischen bistatischen Radarsysteme sind eine ernsthafte Gefahr für die Luftstreitkräfte der NATO", schreibt das amerikanische Fachblatt "The National Interest": "Die Einsatztaktik von Tarnkappenjägern bei Fronteinsätzen zwingt die Maschinen geradezu in das Netz von Struna-1." Grund dafür ist ein räumlich getrenntes Ortungssystem, bei dem Sender und Empfänger voneinander getrennt sind, wodurch sich der Radarquerschnitt deutlich erhöht und auch die amerikanischen F-22 und F-35 keine Chance haben, unerkannt in den russischen Luftraum einzudringen.

Der Sender und der Empfänger von Struna-1 werden auf Lastwagen aufgebaut und in einer Entfernung von 50 Kilometern voneinander positioniert. Bis zu einem Dutzend solcher Posten können zu einem System vernetzt werden, sodass ein Frontabschnitt von 500 Kilometern überwacht werden kann. Bis zu 50 Ziele verfolgt so eine Anlage gleichzeitig – auch in Niedrighöhen, die herkömmliche Radare meist gar nicht überwachen können, "Sputnik" dazu. Da das System bei einer Höhe über sieben Kilometern jedoch blind ist, muss sie im Verbund mit anderen Radar- und Ortungssystemen verwendet werden.

Aber das ist noch nicht alles. Das Portal "Indian Defence Research Wing" teilte mit, dass das indische Militär mit einem Radar russischer Bauart in einer Su-30MKI eine Chengdu J-20 – also den chinesischen Tarnkappenjäger der fünften Generation – über Tibet geortet habe. Demnach verwendet das Sondermodell für die indische Luftwaffe das Radar vom Typ H011 "Bars", welches eine hohe Auflösungskraft besitzt und auch dazu dient, Raketen in Ziele in der Luft und am Boden zu lenken.

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Insbesondere für die US-Rüstungsindustrie ist dies blamabel, da die ganzen Milliarden aus den Pentagon-Kassen in eine inzwischen schon wieder veraltete Techologie investiert wurde. Das heißt: Nun muss noch mehr Zeit und Geld aufgewendet werden, um den eigentlichen Vorteil der US-Kampfjets – nämlich die faktische Unsichtbarkeit auf den Radar-Schirmen – wiederherzustellen.

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