George Soros und Viktor Orban. Bild: Collage aus Flickr / Niccoló Carranti CC BY-SA 2.0 (Soros) und Flickr / EPP CC-BY 2.0 (Orban)
George Soros und Viktor Orban. Bild: Collage aus Flickr / Niccoló Carranti CC BY-SA 2.0 (Soros) und Flickr / EPP CC-BY 2.0 (Orban)

Soros‘ Open Society Foundation: Jüdischer Weltkongress kritisiert Orban

Die harte Linie der ungarischen Regierung gegen George Soros und dessen Open Society Foundation sorgt beim Jüdischen Weltkongress für Kritik. Die Soros-Stiftung will jedoch trotz des Umzugs nach Berlin in Ungarn tätig sein.

Von Redaktion

Nach dem Rückzug der Stiftung von US-Milliardär George Soros aus Ungarn hat der Jüdische Weltkongress (WJC) deutliche Kritik an der ungarischen Regierung geübt. "Die Entwicklung in Ungarn erfüllt mich mit Sorge", sagte WJC-Präsident Ronald S. Lauder der "Bild". Er versucht dabei, möglichst keine Antisemitismus-Anschuldigungen gegen Orban zu erheben.

Zwar müsse man "nicht mit allem einverstanden sein, was das Open Society Institute und sein Gründer George Soros sagen oder tun", so Lauder, "aber jemanden, der so viel für die Förderung der Demokratie in Mittel- und Osteuropa nach dem Fall des Kommunismus getan hat wie George Soros, in seinem Heimatland so zu behandeln und seine Stiftung so vom Hof zu jagen, ist ein unwürdiger Vorgang."

Er könne sich nicht erklären, "warum Viktor Orban nicht gelassener reagieren konnte nach seinem deutlichen Wahlsieg vor ein paar Wochen", sagte Lauder. Doch dass Soros dafür bekannt ist, in diversen Ländern die Menschen gegen die jeweilige Regierung mittels "Farbrevolutionen" mitaufzuhetzen, scheint ihm entgangen zu sein. Auch Israels Regierung hat den Multimilliardär zur "persona non grata" erklärt.

Erst gestern wurde bekannt, dass die ungarische Soros-Stiftung ihren Sitz nicht nach Wien sondern nach Berlin verlegen wird. Das Büro der Open Society Foundation in Budapest wird nach eigenen Angaben geschlossen. "Die ungarische Regierung hat unsere Arbeit verleumdet und falsch dargestellt und die Zivilgesellschaft für politische Zwecke unterdrückt", erklärte der Präsident der Stiftung, Patrick Gaspard. "Sie hat dabei eine Taktik eingesetzt, die es in der Geschichte der Europäischen Union noch nicht gab."

Allerdings will die Soros-Stiftung weiterhin in Ungarn aktiv sein und sich dort laut Eigenangaben für Menschenrechte, Kunst und Kultur, Pressefreiheit, Transparenz, Bildung und das Gesundheitswesen einsetzen. Sie werde dabei alle zur Verfügung stehenden rechtlichen Wege beschreiten, um die fundamentalen Rechte zu verteidigen, die durch die Gesetzgebung bedroht seien, hieß es weiter.