Soldatenfriedhof

Ein Wunsch von Mario Hilgenfeld spricht mir aus dem Herzen und ich habe diesen Wunsch niedergeschrieben. Mütter, holt eure Kinder nach Hause!

Ein Gastartikel von Anne E. Rahn

An die Mütter dieser Welt… WO sind sie? Mütter der Soldaten – WO seid ihr?

Mütter sind Helden – sie geben ihren Körper und in ihnen wächst neues Leben. Sie nähren dieses neue Leben, sie behüten dieses zarte Wesen – sie erleben unzählige schlaflose Nächte, sie sind die helfende Hand bei den ersten Schritten. Du – Mutter – bist die Brust, an der sich Dein Kind ausweinen kann, Du bist das Herz, welches Dein Kind trösten kann – und Du bist die starke Frau, die Dein Kind zu einem aufrechten, ehrlichen und mitfühlenden Menschen macht!

Wie kannst Du es zulassen, dass Dein Kind jetzt die Kinder anderer Mütter tötet? Wie kannst Du ganz bewusst in Kauf nehmen, dass andere Mütter tiefes Leid erfahren, weil ihr Kind im Kampf getötet wurde? WIE KANNST DU DAS ZULASSEN???

Es ist Dein Kind, das in den Krieg zieht… es ist Dein Kind, das darin umkommen kann… es ist Dein Kind, das andere Menschen töten soll… es ist Dein Kind, das nach den Erlebnissen eines Krieges jede Nacht davon träumen wird – jeden Tag daran denken – und irgendwann daran verzweifeln wird.

Ich höre Deine Worte, die mir sagen: "Mein Kind ist jetzt erwachsen, mein Kind trifft eigene Entscheidungen, mein Kind kämpft für den Frieden, mein Kind hört nicht mehr auf mich!"

Die Worte kommen bei mir an, aber ich verstehe sie nicht! Ich verstehe nicht, dass Du zuschaust und Du Dein Kind ziehen lässt – ich verstehe nicht, dass Du hoffst, dass es gesund wieder kommt. Ich verstehe nicht, dass Du glaubst, es muss so sein, damit NACH dem Krieg die Zukunft Deines Kindes gesichert ist. Ich verstehe nicht, dass Du den monatlichen *Sold* höher bewertest als das Leben deines Kindes. Ich verstehe nicht, dass Menschen dem Befehl folgen, in den Tod zu gehen… Was ist denn dann mit dem *Sold* – mit der Zukunft? Wie geht es Dir dann, Mutter, wenn Dein Kind nicht wieder nach Hause kommt?

Was wirst Du denken, wenn Du an das Grab Deines Kindes gehst? Ob Du dann immer noch denkst, dass es alles richtig war? Ob Du dann immer noch denkst, dass Dein Kind Befehlen folgen musste? Ich sage Dir, was Du dann denkst: Du denkst darüber nach, wie es war, als Dein Kind in Deinem Bauch die ersten Tritte verteilt hat. Du denkst an das erste Lächeln Deines Kindes. Du denkst an das erste Wort deines Kindes. Du denkst an die ersten Schritte deines Kindes. Du denkst an Deinen Auftritt bei dem Lehrer deines Kindes. Du hast es gegen Ungerechtigkeiten verteidigt, du hast es vor Mobbing geschützt, du hast es beim Lernen unterstützt.

Du weinst, während Du die Blumen auf dem Grab ordentlich einpflanzt, und Du denkst daran, wie oft Du deinem Kind das Lieblingsessen gekocht hast. Wie oft Du auf den Friseurbesuch verzichtet hast, damit dein Kind mit anderen Kindern ins Kino gehen konnte. Du denkst daran, welche Angst Du ausgestanden hast, als Dein Kind zum ersten Mal mit dem Auto alleine unterwegs war – und Du erst geschlafen hast, als es heil und gesund wieder zu Hause war.

Du nimmst die Gießkanne und wässerst die frisch gepflanzten Blumen… Du überlegst, ob Dein Kind sich freuen würde, wenn es wüsste, dass die Blumen in den Lieblingsfarben deines Kindes blühen werden… das blühende Leben deines Kindes kannst du nicht erleben…

Dein Kind kommt nie wieder heil und gesund nach Hause, Dein Schlaf wird nie wieder erholsam sein, du lauscht wider besseren Wissens auf die Schritte deines Kindes… Du wirst sie nie wieder hören…

Du denkst daran, wie es war, als Du dein Kind das letzte Mal in Deinen Armen gespürt hast. Nein – Du denkst nicht mehr, dass Dein Kind den Befehlen folgen musste. Du denkst nicht mehr an das gut gefüllte Konto deines Kindes. Keine Macht kann höher sein als die Macht der Liebe. Kein Mensch kann Deinem Kind befehlen, in den Krieg zu ziehen. NIEMAND – auch kein in teuren Kleidern verhüllter Körper, der ein vom Bürger hoch bezahltes Amt *vertreten* soll – NIEMAND darf das verlangen!

Loyalität, Solidarität und Gehorsam hat Grenzen – und die Grenze ist das Leben Deines Kindes! Die Grenze ist die Freiheit, NEIN zu sagen! Ob Staatsoberhaupt, Regierungsmitglied, Major oder General: es sind NUR Menschen – Menschen wie Du und ich. KEIN Mensch steht über einem anderen Menschen – und auf gar keinen Fall ÜBER deinem Kind.

Niemals kann ein Krieg für Frieden sorgen! Dein Kind stirbt für die Gier der Mächtigen und Reichen! Dein Kind wird geopfert!

Mutter – hol dein Kind nach Hause!

Und ihr, Soldatinnen und Soldaten: legt die Waffe nieder und geht heim – DANN seid ihr Helden! Lasst nicht andere für euch denken – denkt selber nach! Soldat bzw. Soldatin ist ein Beruf – aber DU bist ein Mensch! Ist der Mensch, auf den du die Waffe richtest, wirklich dein Feind? Oder hat dir jemand befohlen, das es dein Feind ist? Wen schützt du mit dem kriegerischen Einsatz? Deine Kinder? Deine Eltern? Deine Familie? Deine Freunde? Vielleicht stürzt du diese mit deinem Beruf – mit der Waffe in der Hand – ins nächste Grab?

Der Mensch ist ausgestattet mit Denk- und Sprachvermögen! Wenn die Volksvertreter dieser Welt diese Werkzeuge nicht nutzen können um für Frieden zu sorgen – dann sind sie nicht die richtigen Menschen um ein Volk weltlich zu vertreten. Sie haben für dich zu sorgen – sie haben nicht das Recht dich zu töten!

Der Befehlsgeber wird nicht leiden – er führt die Befehle ja nicht aus. Aber möglicherweise wird der Ausführende dann im Anschluss zum Befehlsgeber (mit-)angeklagt – der Dumme ist immer der Befehlsempfänger, aus falsch verstandener oder manipulierter, übersteigerter Solidarität! Und ich mache darauf aufmerksam, das heute die Senioren angeklagt und verurteilt werden, die seinerzeit nichts weiter getan haben, als Befehle ausführen.

Eine Erwartungshaltung an die *Vertreter* eines jeden Landes habe ich nicht (mehr) – aber IHR *Vertreter* erwartet bitte VON MIR auch nicht(s), was ich menschlich und moralisch nicht vertreten kann!!