Merkel bei Putin. Bild: kremlin.ru

Es ist weithin bekannt, dass Russlands Präsident Deutschland schätzt. Putin hofft auf eine Normalisierung der Beziehungen.

Von Marco Maier

Wladimir Putin sucht immer wieder das Gespräch mit dem Westen, vor allem jedoch mit den Europäern und da gerne mit den Deutschen. Immerhin hat die Bundesrepublik in der Europäischen Union auch ein großes politisches Gewicht, zudem schätzt der russische Präsident persönlich auch Deutschland, wie er es immer wieder zeigte.

Am Freitag sagte der Staatschef des größten Landes der Welt in Sankt Petersburg, dass Russland "keine Freunde in Deutschland verloren" habe und die Möglichkeit bestünde, "unsere Beziehungen wiederherzustellen", wie die internationalen Nachrichtenagenturen berichten. Damit zeigt Putin auch, dass er keineswegs nachtragend ist, was die Feindseligkeiten des Westens gegenüber seiner Person selbst und auch seines Landes gegenüber der letzten Jahre anbelangt.

Der jüngste Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel habe gezeigt, dass man trotz vieler unterschiedlicher Positionen gemeinsame Lösungen finden wolle, sagte Putin. Beide Seiten seien gewillt, passende Antworten auf die Herausforderungen in den Bereichen Sicherheit, Migration und Wirtschaft zu finden. Putin betonte, dass Russland bereit sei zum Dialog. Das dürfe aber keine Einbahnstraße sein. Denn auch Russland habe "seine roten Linien", die man respektieren müsse.

Nun liegt der Ball in Berlin. Die Frage lautet, ob man diesen nun aufnimmt und tatsächlich gewillt ist, auch auf Moskau zuzugehen, oder ob man weiterhin eine (wie vor allem von Washington gefordert) eine harte Linie fährt, die kaum Spielraum für Kompromisse und Verständigung bietet.