Pompeos Sicherheiten: Kann Kim den Amerikanern trauen?

Gerade US-Außenminister Pompeo und der nationale Sicherheitsberater Bolton gelten als starke Befürworter eines Regime-Changes in Nordkorea. Kann Kim ihnen trauen, oder wird es ihm wie Gaddafi ergehen?

Von Marco Maier

Auf den ersten Blick hört es sich nach einem guten Deal an: Im Gegenzug für einen Atomwaffenverzicht wollen die Amerikaner den Nordkoreanern Sicherheiten anbieten. Quasi ein politischer Tauschhandel. Doch dass Versicherungen und Beteuerungen der Amerikaner nicht viel Wert sind, bekam schon Libyens Staatschef Muammar al-Gaddafi zu spüren.

Dennoch sagte US-Außenminister Mike Pompeo gegenüber dem rechtskonservativen TV-Sender "Fox News" am gestrigen Sonntag: "Wir werden Versicherungen bereithalten müssen, um sichergehen zu können." Dieser "Tauschhandel" habe sich "seit 25 Jahren" angedeutet. Er habe Kim bei seinem jüngsten Treffen eine solche Versicherung in Aussicht gestellt, sagte Pompeo. "Ich habe ihm gesagt, dass Präsident Trump sehen will, dass das nordkoreanische Regime sein Atomwaffenprogramm stoppt, komplett und vollkommen, und im Austausch dazu sind wir bereit sicherzustellen, dass das nordkoreanische Volk die Möglichkeiten erhält, die es so sehr verdient."

Doch diese "Möglichkeiten", welche die Amerikaner den Nordkoreanern anbieten wollen, könnten durchaus ein Trojanisches Pferd sein. Dementsprechend kritisch müssen auch die Äußerungen Pompeos gewertet werden, wonach die Vereinigten Staaten bei ihren angeblichen Bemühungen um eine Lösung des (von ihnen mitverursachten) Atomkonflikts mit Nordkorea noch viel zu tun hätten. "Wir sind nicht da, wo wir sein sollten, um auch nur annähernd erklären zu können, dass wir das erreicht hätten, was wir wollen", sagte er. "Es bleibt noch eine Menge Arbeit", warnte er.

Man sollte auch nicht vergessen, dass Außenminister und Ex-CIA-Chef Mike Pompeo und Trumps Nationaler Sicherheitsberater John Bolton beides Befürworter eines Regime-Changes in Nordkorea sind und für sie ein wiedervereinigtes Korea unter US-Kontrolle eine perfekte Möglichkeit böte, US-Truppen auch gleich direkt an die Grenze zur Volksrepublik China zu beordern, sowie von dort aus einfacher Agenten in das Nachbarland entsenden zu können.

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