Der Pazifische Feuerring.
Der Pazifische Feuerring.

Pazifischer Feuerring – Alarmstufe Rot bei Vulkanen, Erdbeben und Tsunamis

Eine Reihe starker Erdbeben und Vulkanausbrüche am Pazifischen Feuerring sorgen für Befürchtungen, dass eine Megakatastrophe noch in absehbarer Zeit geschieht. Seismologen und Vulkanologen warnen bereits.

Von Marco Maier

Rund um den pazifischen Feuerring ist die Erde wieder stark in Bewegung. Mehrere Vulkane sind ausgebrochen und immer wieder bebt die Erde. Das Erdbeben, welches kürzlich Nahe der Millionenstadt Davao mit einer Magnitude von 5,2 die Umgebung erschütterte, war wieder eine solche Warnung unseres Planeten. Die Lavaströme des Mount Kilauea auf Hawaii, die derzeit immer wieder in den Nachrichten sind, ebenso. Zwar wurde keine Tsunami-Warnung ausgegeben, doch die Angst vor den vernichtenden Wassermassen infolge eines Seebebens bleibt bei solch einem Ereignis immer.

In Kalifornien hat das "California Volcano Observatory" (CVO) derzeit sieben der neunzehn Vulkane des Bundesstaats auf "hohe Bedrohung" gestuft, wovon drei sogar ein "sehr hohes Risiko" einer baldigen Eruption aufweisen. Und: Laut dem CVO sind diese Vulkane deutlich gefährlicher als der Kilauea, da sie sogenannte "blast volcanoes" sind – also welche, die sozusagen die Lava, Gase und Asche in einer gewaltigen Explosion in die Luft schleudern. In etwa so, wie es der Mt. Saint Helen oder der Pinatubo macht.

In manchen Gebieten des Pazifischen Feuerrings leben mehrere Millionen Menschen dicht zusammengedrängt in Städten. Teilweise liegen diese sogar in der direkten Gefahrenzone von Vulkanen. Das heißt aber auch: Sollte es wirklich starkes Erdbeben von Magnitude 7,5 oder höher eine solche Region erschüttern, wäre ein begleitender Vulkanausbruch in der Nähe sogar wahrscheinlich. Findet ein solch starkes Erdbeben auf hoher See statt, ist ein alles vernichtender Tsunami die Folge.

Das hieße aber auch, dass ein solches Ereignis unter Umständen zehntausende Menschenleben kosten könnte. Von den infrastrukturellen Schäden einmal ganz abgesehen, die dann locker in die dutzenden Milliarden an Euro gehen würden. Zusätzlich würden die Eruptionen der "blast volcanoes" mit dem Ausstoß von Unmengen an giftigen Gasen und Asche in die Atmosphäre zu einer "kleinen Eiszeit" führen und die landwirtschaftliche Produktion einer ganzen Erdhalbkugel massivst beeinflussen.

Wenn man bedenkt, dass die schlimmsten Erdbeben bislang alle am Pazifischen Feuerring gemessen wurden (9,6 in Chile, 9,3 in Alaska, 9,1 in Indonesien, 9,0 in Japan und 8,9 auf Kamtschatka, Russland), kann man davon ausgehen, dass ein solches Megaerdbeben ebenfalls entlang dieses Rings stattfinden wird. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist extrem groß.

Ähnlich sieht es bei den Vulkanen aus. Während in Europa derzeit nur der Stromboli in Italien aktiv ist, sind es entlang des Feuerrings derzeit insgesamt gleich 25 Stück – weitere 45 Vulkane in der Region weisen "kleinere Aktivitäten" auf und befinden sich auf einer erhöhten Warnstufe. Sollten in der jeweiligen Region größere Erdbeben stattfinden, ist es jedoch nur eine Frage der Zeit, wann diese ebenfalls wieder aktiv werden.