In Leipzig wird ein brutaler und blutiger Drogenkrieg geführt. Beteiligt daran sind auf der einen Seite alteingesessene türkisch-kurdische Clans und auf der anderen Seite neue nordafrikanische Banden.

Von Michael Steiner

Seit Monaten geht es in der Gegend um die Leipziger Eisenbahnstraße wild zu. Gerade im Drogenmilieu, welches vor allem von Zuwandererbanden dominiert wird, greift die Waffengewalt um sich. Immer wieder kommt es in Sachsens gefährlichster Straße zu Schlägereien, Messerstechereien und sogar Schießereien.

Jüngstes "Opfer" dieser Revierkämpfe ist ein 23-jähriger Tunesier, der angeschossen und dabei lebensgefährlich verletzt wurde. Bei der Auseinandersetzung zwischen den bislang dominierenden türkisch-kurdischen Banden und neu hinzugezogenen nordafrikanischen Gruppen flogen zuerst die Fäuste, dann wurden Messer gezogen und schlussendlich geschossen – und das, obwohl die Leipziger Polizei erst vor wenigen Tagen wegen einer Schießerei ausrücken musste.

Laut der Kripo soll es in Leipzig einen brutalen Verdrängungswettbewerb in der Drogenszene geben, die vor allem von Marihuana und Crystal Meth geprägt ist. Arbeiteten die "Nafris" zuvor vor allem für die türkisch-kurdischen Clans, machten sie sich zunehmend selbstständig – und sorgten so für den Unmut ihrer früheren "Arbeitgeber".

Wer kann, der meidet die tagsüber belebte Eisenbahnstraße und die nähere Nachbarschaft inzwischen nachts, weil es dort nicht mehr sicher ist. Selbst die stärkere Polizeipräsenz änderte bislang nicht viel daran, dass sich dort ein Zentrum der Straßenkriminalität herausbildete.