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Ein CIA-Agent der ersten Stunde des Jugoslawien-Konflikts beschuldigt als Whistleblower die USA

Robert Baer arbeitete von 1991 bis 1994 als leitender CIA-Agent im ehemaligen Jugoslawien. In einem Interview mit dem Reporter Milos Cupurdija 2013  in Kanada beleuchtete er die Ereignisse, welche Jugoslawien zerrissen und in einen schrecklichen Krieg geführt haben. Als Grund für seinen Einsatz in Slowenien habe man ihm gesagt, dass sich Slowenien bereit mache, seine Unabhängigkeit von Jugoslawien zu erklären. Er hatte Geld in Höhe von mehreren Millionen Dollar zur Verfügung, um Nichtregierungsorganisationen, Oppositionsparteien und Politiker zu finanzieren, die alle bereit waren, die Bevölkerung dafür aufzustacheln.

Wer sich weigerte zu kooperieren, verschwand von der Bildfläche

Viele Offiziere und CIA-Agenten verschwanden, weil sie sich weigerten, die Propaganda gegen die Serben zu verbreiten, sagte Baer. Er fügte hinzu, dass er schockiert gewesen sei über die Menge an Lügen, die CIA und die US-Regierung begangen hätten. Nur wer sich ein Gesamtbild zusammenstellen konnte, war sich im Klaren über die Ziele der Aktion.

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Die Propaganda lief nicht nur ausschließlich gegen die Serben. Ziel war die Teilung der Republiken und die Trennung der Staaten von Jugoslawien. Man brauchte ein Opferlamm, jemand, der für den Krieg und die Gewalt verantwortlich sei.  Serbien wurde auserkoren, weil es in gewisser Weise der Nachfolger von Jugoslawien war. Auch die Verbindung mit Russland dürfte eine Rolle gespielt haben.

Ein perfider Plan – Volksgruppen werden von gutgläubigen CIA-Agenten gegeneinander aufgehetzt

Baer traf am 12. Januar 1991 mit drei anderen Agenten mit einem Hubschrauber in Sarajevo ein, um vermeintliche serbische Terroristen im Auge zu behalten, die angeblich einen Angriff auf Sarajevo vorbereiten sollen. Er sagte, dass sie Informationen über eine Gruppe namens "Serbischer Supreme" und ihre Pläne hatten, wichtige Gebäude in Sarajevo anzugreifen, mit dem Ziel, Bosnien aus Jugoslawien herauszubrechen.

Allerdings habe eine solche Gruppe nie existiert und er und andere Agenten wurden von ihrem zentralen Kommando ausgetrickst. Sie erhielten die Aufgabe, die Bevölkerung zu warnen und Panik unter den Politikern in Bosnien zu verbreiten mit der Warnung, dass die Serben angreifen werden. Ironischerweise hatte die Operation den Namen "Istina" (= Wahrheit) – genau das, was sie nicht war. Das Massaker von Srebrenica hatten Bosniaken und Amerikaner angezettelt, um Grund für einen Angriff zu haben

Baer sagte, dass das Drama in Srebrenica auf Bosniaken, Serben und Amerikaner zurückzuführen sei, aber die Schuld wurde den Serben gegeben. Viele der Opfer seien als Muslime beerdigt worden, obwohl sie doch Serben oder andere Nationalitäten waren. Vor einigen Jahren hätte ein Freund, ein ehemaliger CIA-Angestellter, der derzeit im IWF arbeitet, ihm erzählt, dass Srebrenica ein Produkt einer Vereinbarung zwischen der US-Regierung und bosnischen Politikern sei. Srebrenica wurde geopfert, weil Amerika durch die angeblichen Verbrechen der Serben einen Grund zum Angriff  hatte.

Auf die Frage, was der Grund sei, Jugoslawien zu zerschlagen, und warum die USA eine Rolle in der Region spielen wollten, entgegnete Baer, ​​der Grund sei offensichtlich, denn die Leute, die den Krieg leise einleiteten und dann laut nach Frieden schrien, sind jetzt Besitzer jener Unternehmen, die in den Ländern Ex-Jugoslawiens eine Vielfalt von Bodenschätzen und dergleichen ausbeuten. Er sagte, dass sie einfach durch den Krieg Sklaven geschaffen hätten, denn jetzt arbeiteten die Leute fast umsonst und die Produkte gehen nach Deutschland und in die USA, also verdienen sie viel. Am Ende müssten die Länder des ehemaligen Jugoslawien bezahlen, um selbstgemachte Produkte zu importieren, und da sie kein Geld haben, nehmen sie Kredite auf. Das sei die Geschichte mit dem ganzen Balkan…

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