Darum wird China die neue Weltmacht

Deutschland wird denselben Fehler wie die USA machen: Man pumpt zig Milliarden in das Militär, anstatt in Forschung, Entwicklung und Infrastruktur. Die Chinesen verhalten sich diesbezüglich intelligenter als wir.

Von Marco Maier

Das Ende des "Amerikanischen Jahrhunderts" wird kommen, genauso wie die Jahrhunderte der Briten und Spanier ein Ende fanden und diese beiden Staaten (wie z.B. auch Frankreich) heute geopolitisch eigentlich nur noch Nebenrollen spielen. Dafür gibt es mehrere Gründe. Der gewichtigste jedoch ist die staatliche Ressoucenverteilung, die sich in China beispielsweise deutlich anders gestaltet als in den Vereinigten Staaten von Amerika.

Während die Amerikaner einen Großteil ihrer staatlichen Mittel in die Rüstungsindustrie und den Militärapparat stecken und dabei den Schuldenberg immer weiter anwachsen lassen und die öffentliche Infrastruktur kollabiert, geben die Chinesen im Vergleich dazu recht wenig Geld für den Rüstungskomplex aus. Im Gegenzug fließen Unsummen in den Straßenbau, das Eisenbahnnetz, Flug- und Seehäfen, Elektrifizierungsprogramme und Schulen. Auch bei den Ausgaben für Forschung und Entwicklung haben die Chinesen die Amerikaner längst schon abgehängt.

Man muss das Ganze nur einmal in Relation setzen: Die Volksrepublik China hat viermal so viele Einwohner als die USA, die Wirtschaftsleistung insgesamt liegt inzwischen in etwa auf demselben Niveau (nachdem sie vor vierzig Jahren noch bei etwa fünf Prozent jenes der USA lag). Allerdings gibt Peking auch nur etwa ein Viertel dessen für das Militär aus, als es die USA (mit mindestens 600 Milliarden Dollar pro Jahr) tun. Da bleibt natürlich viel mehr Geld für zivile Projekte, sowie für Forschung und Entwicklung übrig.

Das sind Fakten die Zählen. Denn militärisch kann das Reich der Mitte trotz des geringeren Budgets locker mit den Amerikanern mithalten – mehr will man seitens Pekings auch nicht. Dort gilt das Motto, militärisch so stark zu sein, dass sich ein Angriff auf das Land nicht lohnt. Den Rest der Ressourcen steckt man lieber in zukunftsorientierte Projekte. Wie sagte schon mal ein Ökonom: Die Amerikaner denken in Businessjahren, die Europäer in Dekaden und die Chinesen in Generationen. Und das macht sich gerade jetzt eindrücklich bemerkbar.

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Wann die Chinesen die Amerikaner beerben ist also nur eine Frage der Zeit. Aber sie werden es tun. Nicht als imperialistische Weltmacht mit Militärbasen rund um den Globus, sondern als wirtschaftliche Weltmacht mit Unternehmen auf allen Kontinenten, welche mit ihren erwirtschafteten Gewinnen dafür sorgen werden, dass der kommunistischen Führung in Peking das Geld nicht ausgeht, wenn der demographische Wandel samt Überalterung der Gesellschaft eine Subventionierung der Senioren benötigt. Die Wertschöpfung dafür muss ja nicht zwingend ausschließlich im Inland stattfinden, wie auch schon Japan und Südkorea zeigen, die ohne ihre international tätigen Konzerne und die Kapitalzuflüsse aus dem Ausland wohl inzwischen längst schon kollabiert wären.

Die Europäer sollten sich diesbezüglich lieber ein Beispiel an den Chinesen nehmen und den amerikanischen Lifestyle links liegen lassen. Jeder Euro der zusätzlich in einen unnötig großen Militärapparat gesteckt wird fehlt in den Zukunftsbereichen Infrastruktur, Bildung, Forschung und Entwicklung. Auch wenn das eine (frühere Familienministerin!) Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen scheinbar anders sieht.

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