Das US-Kriegsschiff USS Fort Worth Nahe der Spratly Islands im Südchinesischen Meer. Im Hintergrund die chinesische Fregatte Yancheng. Bild: U.S. Navy / Mass Communication Specialist 2nd Class Conor Minto CC BY-SA 2.0
Das US-Kriegsschiff USS Fort Worth Nahe der Spratly Islands im Südchinesischen Meer. Im Hintergrund die chinesische Fregatte Yancheng. Bild: U.S. Navy / Mass Communication Specialist 2nd Class Conor Minto CC BY-SA 2.0

Chinas Raketen: Weißes Haus droht mit „Konsequenzen“

Sollte China seine Raketen nicht von den künstlichen Inseln im Südchinesischen Meer entfernen, droht das Weiße Haus mit nicht näher spezifizierten "Konsequenzen".

Von Marco Maier

Die Volksrepublik China hat nach der Sicherung des Ostchinesischen Meeres vor möglichen Angreifern auch die Sicherung des Südchinesischen Meeres in Angriff genommen. Dies stößt insbesondere bei den Amerikanern auf massive Gegenwehr, weil diese für den Kriegsfall eine offene Flanke brauchen, um das Reich der Mitte empfindlich treffen zu können.

Als nun die Chinesen in der Region auf den künstlichen Inseln Raketenabschussbasen errichteten, um so eine vorgeschobene Verteidigungslinie im Meer zu haben, drohte nun das Weiße Haus mit nicht näher spezifizierten "Konsequenzen", sollte Peking diese nicht wieder dort aus dem zwischen den Anrainerstaaten umstrittenen Gebiet entfernen, so der US-Fernsehsender CNBC.

"Wir sind uns der Militarisierung des Südchinesischen Meeres durch China sehr bewusst", so die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Sarah Huckabee Sanders. "Es wird kurzfristige und langfristige Konsequenzen geben. Auch die Sprecherin des US-Verteidigungsministeriums, Dana White, sagte, dass man die Bedenken über die Militarisierung der künstlichen Inseln lautstark geäußert habe.

Laut der South China Morning Post versuchen die USA einen CNBC-Bericht von letzter Woche zu bestätigen, dass China in den letzten 30 Tagen Anti-Schiffs- und Luft-Luft-Verteidigungsanlagen auf einigen dieser umstrittenen Inseln im Südchinesischen Meer installiert hatte. Die Raketen sind Berichten zufolge auf Fiery Cross Reef, Subi Reef und Mischief Reef stationiert. China hat die Existenz der Raketen weder bestätigt noch dementiert.

Bei einem regulären Briefing am Donnerstag wollte die Sprecherin des chinesischen Außenministeriums, Hua Chunying, die Stationierung weder bestätigen noch dementieren. "Chinas friedliche Konstruktion im Spratly-Archipel, einschließlich des Einsatzes der notwendigen nationalen Verteidigungseinrichtungen, zielt darauf ab, Chinas Souveränität und Sicherheit zu schützen", sagte sie. "Diejenigen, die nicht beabsichtigen, [diese Souveränität] zu verletzen, haben keinen Grund zur Sorge."

Man kann sich aber darauf gefasst machen, dass die Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und der Volksrepublik China in der nächsten Zeit noch deutlich ansteigen werden. Denn Peking lässt sich von Washington nicht vorschreiben, wie es in seinem eigenen Vorhof agiert, während die Amerikaner in ihrer eigenen Überheblichkeit weiterhin darauf pochen, an jedem Flecken der Erde militärisch präsent sein zu dürfen.