Nicht nur, dass Kampfpiloten kündigen – auch sind nur vier Eurofighter tatsächlich einsatzbereit. So wird das aber nichts mit dem geplanten Krieg gegen Russland.

Von Marco Maier

Deutschland soll bei den Kriegsvorbereitungen der NATO gegen Russland die "Speerspitze" darstellen. Offenbar jedoch eine äußerst rostige Speerspitze, wenn man den infolge der Ausblutung durch die internationalen Militäreinsätze für das US-Imperium desolaten Zustand der Bundeswehr betrachtet. Kein Wunder also, dass gerade die Transatlantiker-Fraktion in der Politik der Ruf nach deutlichen Budgeterhöhungen für die Bundeswehr immer lauter erschallt und inzwischen auch schon erste Zusatzmittel im Bundeshaushalt vorgesehen sind.

Wie nun der "Spiegel" berichtet, kämpft nämlich insbesondere die deutsche Luftwaffe mit massiven Problemen. Nicht nur, dass Piloten den Dienst quittieren, auch sind von den 128 Eurofightern gerade einmal vier Stück tatsächlich einsatzbereit, weil für sie Raketen vorhanden sind. Insgesamt dürfen nur zehn Stück zu echten Einsätzen. Der Rest vergammelt offenbar irgendwie, da es dem Bericht zufolge auch technische Probleme mit dem Selbstschutzsystem gibt.

Allerdings hat die Bundeswehr da ein Problem: Laut dem Magazin können diese Waffen nicht so schnell nachgekauft werden, so dass die NATO-Anforderung an Deutschland, 82 Eurofighter für die "High Readiness Force" und die "Force of Lower Readiness" bereitzustellen, selbst mit einer Vorlaufzeit kaum zu erfüllen ist.

Da auch andere europäische NATO-Staaten mit Ausrüstungsproblemen kämpfen, dürften sämtliche Drohgebärden des westlichen Kriegsbündnisses gegenüber Moskau nur theatralischer Natur sein. Ohne das ganze in Osteuropa stationierte Gerät der Vereinigten Staaten von Amerika könnten sie nicht einmal ansatzweise eine Drohkulisse errichten. Selbst die ganzen Mittelaufstockungen werden in den nächsten Jahren nur bedingt etwas daran ändern, dass Europa im Falle eines NATO-Angriffskriegs gegen Russland ein Opfer sein wird.

Loading...

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...