Schon jetzt plant die GroKo weitere "Flexibilisierungen" bei der Arbeitszeit. Das geht den Arbeitgeber-Vertretern nicht weit genug.

Von Redaktion

Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer kritisiert die Pläne der Großen Koalition zur Flexibilisierung der Arbeitszeitregeln. Diese würden an den Bedürfnissen der Wirtschaft vorbeigehen. Stattdessen müsse man das Ganze grundlegend überarbeiten und reformieren.

"Die deutsche Wirtschaft braucht mehr als bloße Experimentierräume, wir fordern mit Nachdruck ein grundlegendes Update des Arbeitszeitgesetzes", sagte Kramer der "Rheinischen Post". "Die starren Regulierungen im Arbeitszeitgesetz zur täglichen Höchstarbeitszeit und zur Ruhezeit passen nicht mehr in die betriebliche Realität und den internationalen, durch Globalisierung und Digitalisierung getriebenen Wettbewerb", erklärte der Präsident der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA).

Damit steht er nicht alleine da. Auch Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer sagte der Zeitung, dass die gesetzlichen Arbeitszeitregeln gelockert werden müssten. Aus Arbeitgebersicht ist wegen der Digitalisierung der starre Acht-Stunden-Tag ohnehin bereits überholt, da Arbeitnehmer jederzeit online tätig werden können.

Derzeit wollen CDU, CSU und SPD mittels Experimentierklauseln in den Tarifverträgen mehr Spielräume schaffen. Doch das geht den Arbeitgebern aber nicht weit genug. "Für die Ruhezeiten benötigen wir erweiterte, gesetzliche Öffnungsklauseln für Tarifverträge", sagte Kramer. "Es geht nicht darum, Arbeitnehmer durch Gesetz zu Mehrarbeit zu verpflichten", sagte Kramer. Änderungen des Arbeitszeitgesetzes würden tarifliche oder arbeitsvertragliche Regelungen nicht antasten.