Symbolbild. Abschuss von Tomahawk-Raketen von US-Kriegsschiffen. Bild: U.S. Navy

Großbritannien ordert U-Boote in Richtung Syrien, Premierministerin wird das Parlament nicht konsultieren. Mattis hat keine Beweise.

Von Jason Ditz / Antikrieg

Obwohl Verteidigungsminister James Mattis zugibt, dass die Vereinigten Staaten von Amerika noch keine Beweise für einen angeblichen syrischen Chemiewaffenangriff haben, weisen er und andere US-Funktionäre darauf hin, dass die USA bereit sind, Syrien deswegen anzugreifen. Präsident Trump hat öffentlich angekündigt, dass Raketen abgefeuert werden, und auch US-Verbündete lassen erkennen, dass sie beteiligt sein werden.

Mit so wenig Rechtfertigung scheint Eile geboten zu sein, den Krieg zu beginnen, bevor sich kühlere Köpfe durchsetzen können. Das Vereinigte Königreich hat nicht einmal den Befehl gegeben, sich dem Angriff anzuschließen, hat aber in dessen Erwartung bereits U-Boote vor die syrische Küste geschickt.

Das britische Parlament hat sich schon früher gegen übereilte Kriege gewehrt, weshalb Premierministerin Theresa May beschlossen zu haben scheint, dass der einfachste Weg, das zu verhindern, darin besteht, ohne parlamentarisches Imprimatur oder gar Debatte zu handeln. May sagt, die Notwendigkeit eines Angriffs sei zu "dringlich", um das Parlament zu fragen.

Auch der französische Präsident Emmanuel Macron hat angedeutet, dass sein Land an dem Angriff teilnehmen wird, ebenso wie Australien. Der saudische Kronprinz hat gesagt, sie würden sich beteiligen, wenn Allianzen sie dazu verpflichten, aber keine formelle Verpflichtung eingehen.

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Es gibt keinen Zeitplan für eine Entscheidung über den Angriff, aber die Verantwortlichen haben seit Sonntag "sehr bald" gesagt, was darauf hindeutet, dass sie hoffen, den Konflikt so bald wie möglich in Gang zu bringen. May´s Interesse anzufangen, bevor das Parlament Nein sagen kann, wird wahrscheinlich auch die Entscheidung, vorzeitig anzugreifen, beeinflussen.

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