DNA-Doppelhelix.
DNA-Doppelhelix.

US-Regierung will neue Form der Genmanipulation erlauben

Eine neue billigere Technologie zur Genmanipulation erhält von der US-Regierung Unterstützung. Kontrollen und Regulierungen sind nicht vorgesehen. Ist das die Öffnung der Büchse der Pandora?

Von Marco Maier

Die GMO-Zauberlehrlinge in den Vereinigten Staaten von Amerika dürfen sich freuen, denn die Trump-Administration unterstützt die Zulassung eines neuen Verfahrens zur Manipulation von Genen, welches zudem deutlich billiger sein soll als die bisherigen Verfahren (wie z.B. die "Gen-Kanone" von Monsanto). Das Verfahren, welches bereits im Jahr 2015 in London vorgestellt wurde, nennt sich CRISPR-Cas9, ein Akronym für "Clustered regularly-interspaced short palindromic repeats", bei dem "Cas9", ein von Bakterien gewonnenes Protein, benutzt wird.

Demnach erlaubt dieses Protein den Gentechnikern eine präzise Stelle in der DNA-Doppelhelix anzuvisieren und dort aufzubrechen. Das heißt, CRISPR ist ein höchst effektiver Weg um Gene zu manipulieren – egal ob bei Pflanzen, Tieren oder sogar Menschen. Und das auch sehr günstig: für nur 500 Dollar ist ein "starter kit" käuflich zu erwerben. Und dazu noch ist es sehr einfach einzusetzen, wenn man die entsprechenden Voraussetzungen in einem Labor besitzt.

Ein Analyst bezeichnete CRISPR so: Es sei "billig und einfach zu nutzen". CRISPR ist "ein sehr präzises, nicht zu erwähnen außerordentlich billiges und einfach zu nutzendes Tool welches jede beliebige Sequenz der DNA in einer lebenden Zelle lokalisieren, wegschneiden, deaktivieren oder umschreiben kann, welche man will."

Wenn man bedenkt, dass die DARPA des Pentagons Millionen für die Entwicklung von Genmanipulation ausgibt und im Jahr 2016 James Clapper, der Direktor der "National Intelligence" unter Barack Obama, Genmanipulationen auf die Liste der Bedrohungen durch Massenvernichtungswaffen setzte, darf man durchaus davon ausgehen, dass das Ganze nun noch zusätzlich an Fahrt aufnehmen wird.

Nicht nur "Gen-Waffen" sind jedoch eine außerordentliche Gefahr, auch die Eingriffe in die biologische Welt darf man nicht außer Acht lassen. In einem Computermodell wurde kalkuliert, dass die Aussetzung von GMO-Organismen, z.B. bei Moskitos, in nur zehn Generationen 99 Prozent der globalen Population beeinflussen kann und die Auswirkungen für mehr als 200 Generationen spürbar sein werden.

Auf jeden Fall dürfen wir uns wohl darauf einstellen, bald mit deutlich mehr gentechnisch manipulierten Pflanzen und Tieren konfrontiert zu werden – und wer weiß, vielleicht wird der "gentechnisch verbesserte Supersoldat" aus SciFi-Filmen bald auch schon zur Realität…