Syrien: Arabische Besatzungstruppen statt Amerikaner?

Trump will die US-Truppen aus Syrien abziehen, doch dafür brauchbaren Ersatz dort haben. Die arabischen Staaten unter Saudi-Führung bieten sich dafür an.

Von Marco Maier

Der Kronprinz Saudi-Arabiens hatte den Amerikanern schon angeboten, selbst Truppen nach Syrien zu schicken. Immerhin geht es hier auch um den Kampf gegen den Erzfeind Iran, der als Verbündeter der Assad-Regierung in dem von Krieg und Terror gezeichneten Land gemeinsam mit Russland als Schutzmacht gegen die westliche und sunnitische Aggression agiert. US-Präsident Trump und dessen neokonservativem Kabinett kommt dies eigentlich sehr gelegen.

Denn: Trump will die US-Truppen ohnehin aus Syrien abziehen, muss aber den Neocon-Hardlinern in Kabinett, Partei und Kongress eine brauchbare Alternative anbieten, zumal es hierbei um die "US-Feinde" Iran und Russland, sowie um die Sicherheit Israels geht, welches für die US-Außenpolitik eine äußerst wichtige Rolle spielt. Gerade Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate gelten hierbei als wichtigte Alliierte, ebenso Ägypten welches logistische Unterstützung bieten könnte.

Allerdings zeigen diese Planungen, die einer faktischen Okkupation Syriens gleichkämen, dass sich der US-geführte Westen einen Dreck um internationales Recht schert, wenn es denn den eigenen Interessen dient. Aber das ist nicht die einzige Problematik dabei: Mit der offiziellen Stationierung arabischer Truppen in Syrien wird auch eine massive Erstarkung der dschihadistischen Milizen einhergehen, zumal diese die "natürlichen Partner" der Golf-Araber sind.

Doch Mohammed bin Salman, der Kronprinz Saudi-Arabiens, der militärisch etwas an Größenwahn leidet, will die militärische Okkupation Syriens vor allem als Mittel zur Bekämpfung iranischer Truppen nutzen, sowie dabei auch gegen die syrischen Regierungstruppen und gegen die schiitische Hisbollah vorgehen. Dabei stellt sich die Frage, ob er die Möglichkeiten der Saudi-Armee – die bereits militärisch im Jemen interveniert – nicht massiv überdehnt. Vor allem dann, wenn der Iran seine Truppenpräsenz in Syrien verstärkt, könnte dies für seine Militärs vor Ort äußerst ungemütlich werden.

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Man kann auf jeden Fall davon ausgehen, dass die neuen US-Pläne, die übrigens von Trumps Nationalem Sicherheitsberater John Bolton mit den Arabern ausverhandelt werden, eine Verschlimmerung der Situation in Syrien mit sich bringen dürften, sollten sie in die Realität umgesetzt werden. Und das nur, um den Iran möglichst noch weiter zu schwächen und ihr sukzessive zu einem leichten Opfer für eine Invasion zu machen.

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