Chinas Staatsführung. Bild: Kreml

Aus China kommen weiter scharfe Töne in Richtung Washington. Man verurteilt den Militärschlag gegen Syrien aufs Schärfste und wirft den Amerikanern vor, ihre Kriege stets mit Lügen zu beginnen. Peking steht auf der Seite Russlands.

Von Marco Maier

Das Politbüro in Peking genehmigte ein OpEd in der staatlichen chinesischen "Global Times", in dem nicht nur der US-Schlag gegen Syrien scharf kritisiert wird, sondern man den Amerikanern auch (aus gutem Grund) vorwirft, ihre Kriege stets mit Lügen und Propaganda zu beginnen. Dabei berufen sich die Chinesen auf existierende Fakten.

So heißt es in dem Artikel:

"Die syrische Regierung hat wiederholt betont, dass sie keine Chemiewaffen einsetzen muss, um die von der Opposition kontrollierte Stadt Duma zu erobern, und dass der Einsatz chemischer Waffen eine Entschuldigung für die westliche Intervention darstellt. Das Argument der syrischen Regierung oder Trumps Vorwürfe gegen das "böse" Assad-Regime, welches davon stimmt mit der Logik überein? Die Antwort ist ziemlich offensichtlich.

Die USA haben einen Rekord, Kriege auf täuschender Grundlage zu führen. Die Bush-Regierung behauptete, das Saddam-Regime verfüge über chemische Waffen, bevor die US-britischen Koalitionstruppen 2003 den Irak überfielen. Die Koalitionsstreitkräfte fanden jedoch nach dem Sturz des Saddam-Regimes keine Massenvernichtungswaffen. Sowohl Washington als auch London gaben später zu, dass ihre Geheimdienste falsch lagen."

Wobei man hier anmerken muss, dass die alliierten Geheimdienste nicht falsch lagen – sondern dieser Teil des "deep state" einen Krieg gegen den Irak wollte und entsprechende "Beweise" fabrizierte. Hier verkennen die Chinesen die Tatsachen.

Und weiter verteidigt man Russland:

"Washingtons Angriff auf Syrien, wo russische Truppen stationiert sind, stellt eine tiefe Verachtung für Russlands militärische Fähigkeiten und seine politische Würde dar. Trump rief, wie ein Schüler schimpfend, Moskau, eine der weltweit führenden Atommächte, dazu auf, seinen "dunklen Weg" zu verlassen. Beunruhigenderweise scheint Washington süchtig danach zu sein, Russland auf diese Weise zu verspotten. Russland ist in der Lage, einen destruktiven Vergeltungsschlag gegen den Westen zu führen. Russlands schwache Wirtschaft wird von westlichen Sanktionen geplagt und sein strategischer Raum wird zusammengedrückt. Dass der Westen Russland derart provoziert, ist unverantwortlich für den Weltfrieden."

Dabei wird auch klar, auf welcher Seite die Chinesen stehen:

"Die Situation wird immer noch geschürt. Die Trump-Regierung sagte, sie werde die Militärschläge aufrechterhalten. Aber wie lange wird die Militäraktion weitergehen und ob Russland zurückschlagen wird, wie es zuvor behauptet hat, bleibt ungewiss. Die westlichen Länder mobben weiterhin Russland, haben aber scheinbar keine Angst vor einem möglichen Gegenangriff. Ihre Arroganz erzeugt Risiko und Gefahr."

Wenn man bedenkt, dass gerade in Washington viele Kräfte einen Krieg gegen Russland provozieren wollen, darf man nur darauf hoffen, dass schlussendlich doch noch die vernünftigen Kräfte siegen. Sollte es zu einem Krieg zwischen den USA und deren Verbündeten auf der einen Seite, sowie Russland, China und Verbündete auf der anderen Seite kommen, hätte dies global enorme Zerstörungen zur Folge.