Studie: Vermögenskonzentration wird weiter zunehmen

Schon jetzt besitzt das reichste Prozent der Menschheit fast die Hälfte des globalen Vermögens. Bis zum Jahr 2030 sollen sie sogar rund zwei Drittel davon besitzen.

Von Marco Maier

Die Reichen werden reicher, die Armen werden Ärmer. So in etwa kann man die sich für die nächsten Jahre abzeichnende globale Entwicklung kurz und prägnant bezeichnen. Denn die Vermögenskonzentration bei den Superreichen dieser Welt nimmt immer weiter zu – auch Dank der ultra lockeren Geldpolitik der Zentralbanken. Wie es im letzten Jahr aussah, zeigt die untere Grafik an:

Vermögenspyramide 2017

Laut Berechnungen der Schweizer Bank Credit Suisse besaß das reichste Prozent der Weltbevölkerung im Jahr 2017 ganze 45,5 Prozent des globalen Vermögens, was in etwa demselben Anteil entspricht, denn die Superreichen bereits im Jahr 2006 hatten, während er dann im Jahr 2008 – während der Wirtschafts- und Finanzkrise – auf 42,5 Prozent fiel.

Wie der "Guardian" nun unter Berufung auf Vorhersagen der Bücherei des britischen Unterhauses berichtet, werden – wenn die aktuellen Trends anhalten – die Top-1-Prozent bis zum Jahr 2030 sogar ganze 64 Prozent des globalen Vermögens besitzen. Denn: Seit dem Jahr 2008 legte das Vermögen dieser Menschen jährlich um durchschnittlich um sechs Prozent zu. Geht dies so weiter, werden sie anstatt der momentanen 140 Billionen Dollar ganze 305 Billionen Dollar besitzen. Zum Vergleich: Die restlichen 99 Prozent würden lediglich ein jährliches Plus von durchschnittlich drei Prozent haben.

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Es ist allerdings davon auszugehen, dass es in den nächsten paar Jahren erneut zu einem großen Finanzcrash kommen wird, der die ganzen Buchgeldgewinne der letzten Jahre wieder (teilweise) zusammenbrechen lassen wird. Die Superreichen (bzw. die Top-10-Prozent insgesamt) werden hiervon stärker betroffen sein als die große Masse der Menschheit, die kaum bzw. keine Chance haben, Geld zu sparen.

Andererseits führt die Vermögenskonzentration auch dazu, dass die Demokratie (und der Glaube daran) erodiert. Laut einer Umfrage, über die die britische Tageszeitung berichtet, gaben 34 Prozent an, dass die Superreichen im Jahr 2030 die meiste Macht haben. Nur 28 Prozent hingegen glauben, dass die nationalen Regierungen dann (noch) den Ton angeben. "Als Zeichen des fallenden Vertrauenslevels sagten die Befragten, dass sie fürchten, die Konsequenzen der Vermögensungleichheit würde zu einem Anstieg der Korruption (41 Prozent) führen", bzw. zu 43 Prozent, dass "die Superreichen sich eines unfairen Einflusses auf die Regierungspolitik erfreuen" werden.

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