Die russische Botschaft in London. Bild: Wikimedia / Krokodyl CC BY-SA 3.0

Der russische Botschafter in Großbritannien, Alexander Yakovenko, geht davon aus, dass der britische Geheimdienst hinter der Ermordung des ehemaligen Doppelagenten Sergej Skripal steckt.

Von Marco Maier

Der Mord am früheren russisch-britischen Doppelagenten Sergej Skripal (mehr zum Thema hier), bei dem es einfach zu viele Ungereimtheiten gibt, wird seitens der Briten und deren Verbündeten den Russen in die Schuhe geschoben – obwohl diese gar keine Veranlassung dazu gehabt hätten dies zu tun. Dazu reicht alleine schon die Frage des "cui bono?".

Nun sagte der russische Botschafter in Großbritannien gegenüber dem russischen TV-Sender NTV: "Wir haben den ernsthaften Verdacht, dass diese Provokation vom britischen Geheimdienst durchgeführt wurde." Er ergänzte aber auch, dass Moskau keinen direkten Beweis dafür habe, doch das britische Verhalten sei ein starkes Indiz zur unterstützung dieser Theorie.

Yakovenko betonte dabei, dass London durch den Gift-Anschlag verschiedene Vorteile erhalten haben. Einerseits kann die angeschlagene Regierung von Theresa May nun (kurzfristig) auf die starke Unterstützung in der Bevölkerung zählen, zumal die ganzen negativen Brexit-Schlagzeilen nun von jenen über die Skripal-Ermordung verdrängt werden. Längerfristig kann sich London so nun besser für die anhaltende Konfrontation zwischen dem Westen und Russland in eine Führungsposition bringen.

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Der russische Botschafter steht mit seiner Vermutung nicht alleine da. Immer mehr Analysten fragen sich: Welchen Vorteil hätte die Ermordung eines ehemaligen Doppelagenten der bereits in Russland im Gefängnis saß und den man bereits früher (ohne internationale Dispute zu verursachen) hätte aus dem Weg schaffen können? Warum sollte Moskau gerade in diesen Zeiten, in denen die westlichen Eliten immer mehr Schritte zur Vorbereitung eines Krieges gegen Russland unternehmen, eine solche Tat in England durchführen?

Glaubt man in London tatsächlich daran, mit einer solchen False-Flag-Aktion noch mehr Menschen auf die antirussische Linie zu bringen, damit ein Waffengang möglichst problemlos möglich wird – selbst wenn dies zur atomaren Verseuchung eines Großteils dieses Planeten führt? Immerhin hat Premierministerin May den Russen bereits mit einem Atomkrieg gedroht.

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