Symbolbild. Luftschlag der US Air Force im Irak. Bild: Flickr / US-Army CC-BY 2.0
Symbolbild. Luftschlag der US Air Force im Irak. Bild: Flickr / US-Army CC-BY 2.0

Schluss mit dem Interventionismus!

Die "Westliche Wertegemeinschaft" sieht sich als moralisch und ethisch überlegen an. Dies führt dazu, sich ständig in die internen Angelegenheiten anderer Länder einzumischen. Das muss ein Ende haben.

Von Marco Maier

Der alte europäische Kolonialismus wurde zwischenzeitlich durch den Kulturimperialismus ersetzt. Waren es früher die weiße Rasse und das Christentum, welche als Überlegenheitsgründe dienten und zur Kolonialisierung weiter Teile der Welt führten, wurde dies aus "politischer Korrektheit" inzwischen durch die "Überlegenheit von ethischen Werten" und durch das Konstrukt der "universalen Menschenrechte" ausgetauscht. Zumindest als offizielle Begründung.

Denn in Wirklichkeit spiel(t)en Rasse, Religion, Werte und/oder Menschenrechte in all den Jahrhunderten mehr oder weniger nur eine Alibirolle, bzw. als Beiwerk. Viel wichtiger war jedoch der Ausbau der imperialen Macht der einzelnen Länder selbst, bzw. der jeweiligen Finanz- und Machteliten, welche die Armeen der einzelnen Staaten quasi als persönliche Verfügungsmasse für die eigenen Zwecke ansahen bzw. immer noch ansehen.

Die modernen "Kreuzzüge" der Vereinigten Staaten von Amerika und deren Vasallen (NATO & Co) dienen nur der Absicherung des gewaltigen Imperiums, mit dem die westliche Finanzoligarchie die weitere Kontrolle über den halben Erdball aufrecht erhalten möchte. Doch dieser Interventionismus schafft schlussendlich nur größere Probleme als zuvor bestanden. Ein Blick auf die jüngeren Beispiele Afghanistan, Irak, Libyen und Syrien sollte hierbei ausreichen.

Im "Westen" hat man es sich zur Aufgabe gemacht, die inneren Angelegenheiten anderer Staaten – Völker und Kulturen – nicht einfach nur zu kritisieren und zu sagen "Wir finden das was ihr da macht nicht gut, warum versucht ihr es nicht einfach einmal so?", sondern zu bestrafen und zu sanktionieren. Hierbei handelt man nach dem Motto: "Entweder ihr ändert eure Innenpolitik, oder wir machen euch platt." Also die klassische Erpressungsmasche.

Warum? Das geht "uns" (also der "Westlichen Wertegemeinschaft") doch einen Dreck an. Wer gibt "uns" das Recht dazu, sich in die inneren Angelegenheiten anderer Länder einzumischen? Was würden wir sagen, wenn beispielsweise die Volksrepublik China oder Saudi-Arabien uns darüber belehren wollten, wie wir unsere Innenpolitik und unser gesellschaftliches Zusammenleben gestalten sollen? Wie würden wir reagieren, wenn solche Länder uns mit Sanktionen und einem Einmarsch drohen würden, nur weil wir deren politische und gesellschaftliche Regeln nicht befolgen? Ein solches Vorgehen ist doch völlig irrsinnig.

Wir müssen diese Politik der Interventionen beenden und anerkennen, dass es auf dieser Welt eben völlig unterschiedliche Völker und Kulturen gibt, die auch unterschiedliche gesellschaftspolitische Maßstäbe anlegen. Man kann kritisieren, aber sollte nicht intervenieren.