Schlagzeilenminister Spahn

Eigentlich sollte der Pharmalobbyist Gesundheitsminister werden, doch Jens Spahn füllt die Schlagzeilen lieber mit anderen Themen. Ein Schachzug Angela Merkels gegen die AfD?

Von Michael Steiner

Man könnte meinen, Gesundheitsminister Jens Spahn, der sich zuvor schon als Lobbyist für Big Pharma einen Namen gemacht hatte, will sich tatsächlich schon für die Merkel-Nachfolge vorbereiten. Es gibt kaum ein Thema außerhalb seines ministerialen Fachbereiches, zu dem er keinen Senf angibt – öffentlichkeitswirksam natürlich.

Egal ob nun das Rentensystem, Hartz IV und Tafeln, die innere Sicherheit, Orbans Grenzzaun und so weiter – ein Statement gibt es für alles, was ausreicht um in den Schlagzeilen präsent zu sein. Offenbar will der 37-jährige CDU-Politiker dafür sorgen, als kompetenter Nachfolger der Bundeskanzlerin wahrgenommen zu werden, der es schafft mit provokanten Aussagen die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

Spahn selbst scheint seine Aufgabe darin zu sehen, täglich eine neue Sau durchs Dorf zu treiben, immerhin scheint es im Gesundheitsministerium für den langjährigen (nebenberuflichen) Pharmalobbyisten nicht genügend Arbeit zu geben. Wer weiß, vielleicht hat er ja schon mit den Pharmakonzernen eine finanziell lukrative Übereinkunft getroffen, wonach die seine Arbeit übernehmen, damit er sich der allgemeinen Tagespolitik widmen kann und jene Lücke ausfüllt, welche die schweigsame Bundeskanzlerin hinterlassen hat.

Für Angela Merkel ist Jens Spahn jedoch ein Glücksgriff, weshalb sie ihn (im Gegensatz zu Bundesinnenminister Horst Seehofer) auch nicht öffentlich tadelt. Der schwule Katholik vertritt dabei vor allem politische Standpunkte, die gerade bei den Konservativen gut ankommen – und so auch eine Möglichkeit darstellen, der AfD das Wasser abzugraben, nachdem sie schon viele ehemalige Unionsanhänger für sich gewinnen konnte, weil gerade die CDU sich (vor allem gesellschaftspolitisch) zu sehr sozialdemokratisierte. Soll er die konservative Reconquista in der CDU starten und die Nach-Merkel-Ära gestalten?

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