Mohammed bin Salman, der Kronprinz Saudi-Arabiens, gab zu, dass Saudi-Bürger Terrorgruppen finanzieren und sprach den Israelis das Recht auf ein friedliches Leben in ihrem Land zu.

Von Marco Maier

In einem umfangreichen Interview mit "The Atlantic" gab der saudi-arabische Thronfolger Mohammed bin Salman (MbS) zu, dass Saudi-Staatsbürger Terrorgruppen finanzieren, allerdings weist er die Unterstützung solcher Organisationen durch die Regierung vehement zurück. "Wenn es um die Finanzierung extremistischer Gruppen geht, fordere ich jeden heraus Beweise dafür zu bringen, dass die Saudi-Regierung Terrorgruppen finanziert hat", so der Kronprinz. "Ja, es gibt Menschen aus Saudi-Arabien die Terrorgruppen finanziert haben. Das ist gegen das Saudi-Gesetz. Bei uns sind viele Menschen im Gefängnis – nicht nur für die Finanzierung von Terrorgruppen, auch für deren Unterstützung."

Die Erklärung bin Salmans kam nur wenige Tage nach der Abweisung eines Saudi-Antrags durch einen US-Richter, mit dem Riadh Gerichtsverhandlungen beenden wollte, in denen die Führung des wahhabitischen Königreiches der Involvierung der Anschläge vom 11. September 2001 beschuldigt wird. Immerhin waren zumindest den offiziellen Dokumenten zufolge auch viele Saudi-Bürger darin verwickelt.

Als "The Atlantic" fragte, ob denn jüdische Menschen das Recht auf einen Nationalstaat in zumindest einem Teil des Lands ihrer Ahnen hätten, sprach sich der künftige König Saudi-Arabiens für eine Zwei-Staaten-Lösung aus. "Ich glaube, die Palästinenser und die Israelis haben ein Recht auf ihr eigenes Land. Aber wir brauchen eine Friedensübereinkunft um die Stabilität für jeden und für normale Beziehungen sicherzustellen." Aber: "Wir haben religiöse Bedenken über das Schicksal der heiligen Moschee in Jerusalem [Anm. d. Red.: jene auf dem Tempelberg] und den Rechten des palästinensischen Volkes. Das ist was wir haben. Wir haben keine Abneigung gegen irgendein anderes Volk."

Angesichts dessen, dass die Saudi-Führung seit einiger Zeit ein gutes Verhältnis zur israelischen Regierung hat, könnten die beiden Parteien unter Umständen sogar eine für alle Seiten akzeptable Lösung finden, die sowohl den Israelis als auch den Palästinensern eine Möglichkeit bietet, friedliche mit- bzw. nebeneinander zu leben.

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