Russische S-300 für Syrien: US-CENTCOM-Chef auf „geheimen“ Israel-Besuch

Syrien könnte bald schon russische S-300-Raketen-Abwehr-Systeme erhalten. In Israel ist man besorgt – und erhält US-Unterstützung. Doch Russland will sich nicht beirren lassen.

Von Marco Maier

Ganz "geheim" und "unerwartet" ist US-CENTCOM-Chef General Joseph Votel in Israel aufgetaucht. Dies wurde auch vom Chefkorrespondenten des US-Senders "Voice of America" im Weißen Haus, Steve Herman, bestätigt.

Dies geht auf eine Meldung des israelischen Senders "Kann News" zurück, der berichtete, dass "der Kommandeur des amerikanischen Zentralkommandos zum ersten Mal in Israel ankam und sich mit leitenden Sicherheitsvertretern, inklusive dem Stabschef, traf."

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Der Hauptgrund dafür ist der Umstand, dass es den syrischen Streitkräften offenbar gelang, mit aus Sowjet-Zeiten stammenden S-125- und S-200-Luftraum-Verteidigungssystemen (und möglicherweise auch Dank russischer elektronischer Kampfführung zur Störung der Zielerfassung der Raketen) eine große Anzahl (nach russischen Angaben 71 der 103 Cruise Missiles) der US-amerikanischen, französischen und britischen Raketen abzuschießen, bevor sie ihre Ziele erreichten und in Russland Stimmen laut werden, dem Alliierten auch S-300-Raketen-Abwehr-Systeme zu liefern, damit dieser sich effektiver selbst gegen feindliche Angriffe ausländischer Mächte wehren kann.

Insbesondere in Israel, aber auch in den Vereinigten Staaten von Amerika, sieht man dies mit Besorgnis, da die syrische Armee damit in der Lage wäre, rund um jede dieser dort stationierten S-300 in einem Umkreis von bis zu 200 Kilometern sämtliche Flugzeuge und Raketen vom Himmel holen zu können. Dies betrifft also nicht nur die alliierten Cruise Missiles, sondern eben auch die israelischen Kampfflugzeuge und Drohnen, die immer wieder – vor allem über "neutralem" libanesischen Luftraum kommend bzw. von dort aus abfeuernd – Ziele auf syrischem Staatsgebiet attackieren. Und für Israel noch schlimmer: Selbst Teile des eigenen Staatsgebietes könnten so von der syrischen Luftabwehr kontrolliert werden.

Hatte Israels Präsident Benjamin Netanyahu noch im Jahr 2013 bei seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin erfolgreich interveniert, als eine Lieferung von S-300-Systemen an Syrien debattiert wurde, scheint es dieses mal nicht mehr so einfach zu sein. Netanyahu drohte erst kürzlich in Richtung Moskau: "Wir werden eure Raketen zerstören, wenn ihr sie an Assad liefert." Die Russen hingegen antworteten, wenn Israel versuche, irgendwelche Anti-Luftfahrzeugsbatterien zu zerstören, würde dies "für alle Seiten katastrophal" sein.

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