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US-Soldaten im Irak. Bild: Flickr / U.S. Army CC-BY 2.0
US-Soldaten im Irak. Bild: Flickr / U.S. Army CC-BY 2.0

Lügen und Propaganda waren stets US-Kriegsgründe

Bei mehreren Kriegen schon haben die Vereinigten Staaten mittels Lügen und Propaganda die Kriegstrommeln geschlagen – und dann Kriege vom Zaun gebrochen oder sich an bestehenden Waffengängen beteiligt. Ein kleiner Überblick.

Von Marco Maier

Es ist allseits bekannt, dass die Vereinigten Staaten von Amerika diverse Kriege begannen bzw. sich an schon laufenden militärischen Auseinandersetzungen beteiligten, nachdem die politische Führung dafür sorgte, auch einen "triftigen Kriegsgrund" zu haben. Oftmals mit Hilfe von Lügen, Propaganda und False-Flag-Aktionen. Nachfolgend eine kleine Übersicht.

Der Spanisch-Amerikanische Krieg – 1898

Im Januar 1898 schickte US-Präsident William McKinley ungeachtet des jahrelangen Konflikts zwischen kubanischen Rebellen und der spanischen Regierung die USS Maine nach Havanna. Dieser Schritt diente dazu, den Spaniern klarzumachen, wer laut der "Monroe-Doktrin" in der westlichen Hemisphäre das Sagen hat: Nämlich die Vereinigten Staaten von Amerika.

Am 15. Februar 1898 um 21:40 Uhr explodierte die USS Maine mit einer Besatzung von 354 Männern an Bord, wobei 266 von ihnen starben. Während die spanische Regierung darauf bestand, dass die Explosion durch ein Feuer in einem Kohlelager verursacht wurde, welches die Magazine vorne in Brand setzte, behaupteten die US-Politiker, Spanien stecke dahinter weil sie eine Ausrede dafür brauchten, einen Eroberungskrieg um Gebiete in Mexiko, der Karibik und im Pazifik haben wollten.

Obwohl Präsident McKinley zuvor einen Krieg öffentlich ablehnte, erklärte er Spanien am 25. April den Krieg. Dieser "Zehn-Wochen-Krieg" führte nicht nur dazu, die letzten Bastionen des Spanischen Reiches zu besiegen, auch die neue Ära des US-Expansionismus begann damals. Die Vereinigten Staaten übernahmen zu der Zeit die Kontrolle über Puerto Rico, Guam und die Philippinen. Übrigens: Im Jahr 1976 bestätigte ein Forscherteam nach Tauchgängen die spanische Version über die Vernichtung der USS Maine, wonach es sich um eine interne Explosion handelte.

Erster Weltkrieg – 1915

Die meisten Amerikaner lehnten eine Teilnahme ihres Landes am Ersten Weltkrieg von Beginn an ab, zumal sie zurecht sahen, dass es sich hierbei um eine innereuropäische Angelegenheit von Aristokraten handelt, welche sie nichts angeht. Das war jedoch für die britische Militärführung unter Winston Churchill ein Problem, weil er verzweifelt versuchte, die Amerikaner auf seine Seite ziehen zu können.

Schlussendlich traten die Vereinigten Staaten im Jahr 1915 in den Krieg gegen die Mittelmächte ein, als ein deutscher Torpedo das Schiff Lusitania traf, welches nicht nur mehr als eintausend Zivilisten an Bord hatte, sondern dazu auch noch gewaltige Mengen an Munition – eine Lieferung an die Briten. Dabei starben mehr als die Hälfte der Passagiere und der Besatzung.

Eine Woche vor der Versenkung der Lusitania schrieb Churchil an den Präsidenten der Handelskammer, Walter Runciman, dass es "äußerst wichtig ist, neutrale Schiffe an unsere Küsten zu bringen, in der Hoffnung eine Verwicklung der Vereinigten Staaten mit Deutschland zu schaffen." Nach Untersuchung der Tragödie sagte der frühere britische Marinegeheimdienst-Offizier Patrick Beesly: "So lange keine frischen Informationen ans Tageslicht kommen, habe ich widerwillig die Schlussfolgerung zu akzeptieren, dass es eine Verschwörung gab, die Lusitania vorsätzlich ins Risiko zu bringen, in der Hoffnung, dass selbst ein gescheiterter Angriff auf sie die Vereinigten Staaten in den Krieg bringt. Eine solche Verschwörung hätte man nicht ohne die ausdrückliche Erlaubnis und Zustimmung Winston Churchills umsetzen können.

Zusätzlich zu diesem Militärmanöver gab es noch eine schäbige Kampagne in den Vereinigten Staaten, die Deutschen zu entmenschlichen und sie als Monster zu zeichnen. In einigen Propagandawerken die man den US-Bürgern zeigte, ließ man deutsche Soldaten Säuglinge töten und manchmal sogar aufessen. Auch so kamen die Vereinigten Staaten mittels Lügen und Propaganda in einen Krieg.

Der Zweite Weltkrieg – 1941

In den Geschichtsbüchern heißt es immer, der Angriff auf Pearl Harbor sei eine unprovozierte Attacke der Japaner gewesen, welche tausenden Amerikanern das Leben kostete und die US-Regierung dazu "zwang" in einen Krieg zu ziehen, der zu dieser Zeit in den Vereinigten Staaten höchst unpopulär war. Ungeachtet dessen hatte die US-Regierung aber schon im Vorfeld scharfe Sanktionen gegen Japan und Deutschland verhängt, in der Hoffnung darauf, dass eines der Länder den ersten Schritt macht und der US-Administration auch eine "Entschuldigung" dafür gibt, in den Krieg eintreten zu können.

Aber nicht nur war die Attacke provoziert, auch wussten Präsident Roosevelt und das US-Militär, was auf sie zukam. Dehalb wurden auch die teuersten Kampfflugzeuge im Vorfeld abkommandiert, während man tausende Menschen als notwendige Opfer für den kommenden Waffengang zurück ließ. Es sind übrigens dieselben Geschichtsbücher in denen behauptet wird, man habe den Krieg als humanitäre Aktion begonnen, um die Juden vor dem Holocaust zu retten. Aber: Die Vereinigten Staaten ließen keine jüdischen Flüchtlinge aus Deutschland und Europa ins Land und der britische Geheimdienst hatte sogar Pläne, mit der "Operation Embarrass" Flüchtlingsschiffe zu sprengen.

Viele US-Unternehmen und -Politiker arbeiteten damals auch mit der deutschen Führung zusammen, selbst als beide Länder sich im Krieg miteinander befanden – darunter auch Prescott Bush, der Großvater von George W. Bush. Er war der Leiter der Finanzfirma Brown Brothers Harriman, welche auch mehrere Millionen Dollar in Gold nach Deutschland brachte, um so den Aufbau der deutschen Armee ermöglichte. Die "New York Herald Tribune" veröffentlichte die Geschichte am 30. Juli 1942 unter dem Titel "Hitler's Angels Has three million dollars in US Bank", worin es hieß, dass die Bank ein Deposit für die NS-Eliten bereitstellte.

Der Korea-Krieg – 1950

Die Kriegspropaganda führte dazu, dass viele Menschen daran glaubten, die nordkoreanische Führung hätte einen unprovozierten Angriff auf Südkorea durchgeführt. Aber im Endeffekt war es nur ein weiterer Fall davon, einen Diktator gegen einen anderen aufzuhetzen.

So traf der südkoreanische Präsident am 8. Februar 1949 den US-Botschafter John Muccion und den "Secretary of the Army", Kenneth C. Royall in Seoul. Dabei listete er folgende Angaben als Rechtfertigung für einen Krieg mit dem Norden: So könne das südkoreanische Militär locker um 100.000 Mann erweitert werden, wenn man von den 150.000 bis 200.000 Soldaten, die zuvor noch mit den Japanern oder Nationalchina gekämpft haben, rekrutiert. Zudem wäre die Moral der südkoreanischen Truppen höher als jene derer die für den Norden kämpfen müssten. Man erwarte Massendesertierungen bei den nordkoreanischen Soldaten.

Vietnam-Krieg – 1964

Informationen, die im Jahr 2005 von der National Security Agency (NSA) veröffentlicht wurden, zeigen, dass der ganze Vorfall im Golf von Tonking nur eine False-Flag-Aktion war. Damals hieß es, bewaffnete nordvietnamesische Boote hätten einen US-Zerstörer attackiert, der sich in internationalen Gewässern befunden habe. Doch das war eine glatte Lüge.

Dieser Krieg, der für die Vereinigten Staaten von Amerika in einem Desaster samt nationalem Trauma endete, brachte rund zwei Millionen tote Zivilisten mit sich. Zudem starben 1,1 Millionen nordvietnamesische Soldaten und Viet Cong-Kämpfer, 250.000 südvietnamesische Soldaten und fast 58.000 US-Soldaten. Und das nur wegen Lügen der US-Führung.

Libyen – 1984 & 2015

Der frühere Mossad-Agent Victor Ostrovsky gab zu, dass der israelische Geheimdienst einen Radio-Transmitter im Anwesen von Staatschef Muammar al-Gaddafi platzierte, der falsche Terroristen-Nachrichten versendete, die vom Mossad aufgenommen wurden um Gaddafi als Terror-Unterstützer zu brandmarken. Präsident Reagan ließ das Land dann unverzüglich bombardieren.

Aber das war nur der erste Streich. 3.000 Mails von der damaligen US-Außenministerin Hillary Clinton wurden vom US-Außenministerium veröffentlicht. Darin wurde ersichtlich, dass westliche Staaten die NATO dafür benutzten, Gaddafi zu stürzen. Dies geschah aber nicht um das libysche Volk zu "befreien" (immerhin sorgte Gaddafis weitsichtige Politik für Wohlstand und Frieden im Land), sondern weil der libyische Staatschef es wagte, die Idee einer goldgedeckten afrikanischen Währung zu verfolgen.

Irak – 1990

Der erste Golfkrieg basierte auf einer Lüge – der "Brutkastenlüge". Ein angeblich 15-jähriges kuwaitisches Mädchen wurde auf Video aufgenommen, wo sie die irakischen Truppen bezichtigte, die Babies im al-Addan-Krankenhaus aus ihren Brutkasten genommen und auf den kalten Boden geworfen zu haben, um sie dort sterben zu lassen. Wie es sich später herausstellte, war es die Tochter eines US-Botschafters, die von Militärpsychologen dazu trainiert wurde, die Geschichte so zu erzählen.

Zusätzlich noch zeigten die Amerikaner den Saudis gefälschte Satelliten-Bilder, wonach der Irak große Truppenverbände an der Grenze zu Saudi-Arabien aufmarschieren lasse, um dann auch dieses Nachbarland anzugreifen. Damit wollte man den Widerstand Riads gegen einen Krieg brechen.

Irak – 2003 bis heute

Wer erinnert sich noch an den Auftritt von US-Außenminister Colin Powell vor den Vereinten Nationen, wo er theatralisch eine Phiole hochhielt und behauptete, der Irak hätte Massenvernichtungswaffen? Wie wir alle wissen, war dies eine dreiste Lüge.

Vor allem: Lange Zeit haben die Amerikaner und Europäer den Irak mit Waffen und Kriegsgerät versorgt, weil er ja gefälligst einen Krieg gegen den (zwischenzeitlich von den Mullahs übernommenen) Iran führen sollte. Die westlichen Geheimdienste waren sich doch die ganze Zeit über genau im Klaren darüber, was der Irak besitzt und was nicht.

Und heute?

Bis heute hat sich nicht viel daran geändert. In Syrien beispielsweise war schon bei den größeren Giftgasanschlägen in Ghouta 2013 und Khan Sheikhun 2017 recht schnell klar: das haben nicht die syrischen Regierungstruppen gemacht, sondern die vom Westen und den arabischen Staaten unterstützten islamistischen Milizen. Dennoch sorgten beide Vorfälle für noch mehr Druck auf Präsident Baschar al-Assad. Nach dem Ghouta-Vorfall und Obamas "Roter Linie" sorgten die Russen dafür, dass die syrische Armee sämtliche Chemiewaffenbestände an die Amerikaner übergab, damit diese vernichtet werden. Und im letzten Jahr ließ Trump (auch ohne Beweise zu haben) dreißig Tomahawk-Raketen auf einen syrischen Militärflugplatz abfeuern.

Die jüngste Attacke auf Syrien, bei der die westliche Kriegskoalition insgesamt 103 Tomahawk-Raketen abfeuerte, basiert wie die vorherigen Vorfälle ebenfalls nur auf Beschuldigungen und Unterstellungen. Eine unabhängige Untersuchung des angeblichen Giftgaseinsatzes in Douma bei Ost-Ghouta, wollte man noch nicht einmal abwarten.

Auch sonst im damals 2001 von Präsident George W. Bush ausgerufenen "War on Terror", der bis zum heutigen Tag anhält und eigentlich nur dafür sorgt, dass es immer mehr "Terroristen" gibt, gab es immer wieder False-Flag-Aktionen um damit irgendwelche Angriffe rechtfertigen zu können. Wenn die Amerikaner irgendetwas behaupten um damit einen Krieg vom Zaun brechen zu können, sollte man angesichts der langen Geschichte von übelster Kriegspropaganda, massiven Lügen und haltlosen Anschuldigungen und Behauptungen ganz vorsichtig sein, wenn man solche Einsätze unterstützen will. Denn an der grundlegenden Kriegspolitik hat sich die ganzen Jahrhunderte über nicht wirklich etwas geändert.