In der Hagia Sophia in Istanbul zitierte der türkische Präsident den Koran und gedachte der muslimischen Eroberer des alten Konstantinopels, des heutigen Istanbuls. Damit sorgte er für Empörung.

Von Michael Steiner

In seiner Rede auf der Eröffnung eines Kunstfestivals in der Hagia Sophia zitierte der türkische Staatschef am Samstag die erste Zeile aus dem Koran und widmete das Gebet den "Seelen aller, die uns dieses Werk als Erbe hinterlassen haben, insbesondere den Eroberern von Istanbul", schreibt "The Independent". Doch dies sorgte für scharfen Protest aus Griechenland.

Athen kritisierte laut der britischen Zeitung, dass die türkischen Behörden die Hagia Sophia – eine frühere byzantinische Kirche, spätere Moschee und heute ein Museum – für religiöse Zwecke missbrauchen würde. Gerade die griechisch-orthodoxe Kirche sieht sich als Hauptnachfolgerin der byzantinischen Kirche.

Während Präsident Erdogan später sagte, dass sein Auftritt in der auch als "Sophienkirche" bekannten Bauwerk "schwierig und emotional" gewesen sei, dürfte er jedoch gezielt versucht haben, seine islamisch-konservative Linie – die sich an jener der Muslimbruderschaft orientiert – zu verdeutlichen. Ebenso wie er immer wieder auf das Osmanische Reich anspielt, dessen Nachfolgestaat die Türkei ist und dessen Macht er gerne wiederhergestellt sehen würde.

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