US-Soldaten auf Abmarsch.

Insbesondere konservativen Politiker Ecuadors sprechen sich für die Rückkehr der Amerikaner aus, während die politische Linke keine US-Militärbasis mehr im Land haben möchte.

Von Marco Maier

Im Januar gab es ein Bombenattentat auf eine Polizeiwache in San Lorenzo an der ecuadorianischen Grenze zu Kolumbien. Dieses wurde mit der Drogenmafia in Verbindung gebracht. Gleich darauf erlaubte Präsident Lenin Moreno einem FBI-Team die Einreise, um vor Ort Ermittlungen anzustellen, zumal die Drogenmafia auch Unmengen an Kokain in die Vereinigten Staaten bringt.

Wie "Amerika21" berichtet, reicht das jedoch gerade den konservativen Politikern im Land nicht: Nun wurde auch die militärische Präsenz von Streitkräften gefordert, etwa vom Bürgermeister von Guayaquil, Jaime Nebot, von der rechtskonservativen Sozialchristlichen Partei (PSC): "Definitiv" sei er für die Eröffnung einer Militärbasis, "im Rahmen der Gesetze, die das international erlauben."

Denn gerade die US-treuen konservativen und rechten Politiker trauern jener Zeit nach, in der das kleine südamerikanische Land noch von ihnen verwaltet wurde und man eng mit den Vereinigten Staaten von Amerika zusammenarbeitete. Die politische Linke des Landes, die schon zuvor von Präsident Rafael Correa an der Staatsspitze vertreten war, sieht die Kooperation mit Washington hingegen kritisch.

Im Jahr 1999, noch unter dem christlich-demokratischen Präsidenten Jamil Mahuad, wurde mit den USA ein Abkommen zur Etablierung einer Militärbasis in der Küstenstadt Manta für zehn Jahre geschlossen. Ein Jahr später, nachdem er den US-Dollar zur Währung des Landes erklärte, wurde er durch einen Putsch gestürzt. Der linksgerichtete Präsident Correa ließ im Jahr 2009 jedoch den Vertrag für die US-Luftwaffenbasis auslaufen und verweigerte den Amerikanern die Vertragsverlängerung. Zudem beschloss die verfassungsgebende Versammlung des Landes im Jahr 2008 die Festschreibung des Verbots ausländischer Militärstützpunkte bzw. des Verbots der Stationierung ausländischer Soldaten im Land in der Verfassung festzuschreiben.

Moreno selbst, der zuvor noch Vizepräsident von Rafael Correa war, gilt trotz seiner linken politischen Ausrichtung eher als US-freundlich. Aber auch er will keine US-Militärbasis (mehr) im Land haben – was er auch deutlich machte.