Für die Vereinigten Staaten gibt es drei Horrorszenarien, die mit einer umfangreichen Zerstörung einher gingen. Selbst die natürlichen Ereignisse könnten – zum Beispiel im Kriegsfall – künstlich ausgelöst werden.

Von Marco Maier

Für kaum ein Land der Welt gibt es so gewaltige Horrorszenarien wie für die Vereinigten Staaten von Amerika. Drei von ihnen sind nicht nur völlig verheerend, sondern dazu auch noch für die nähere Zukunft nicht auszuschließen. Die "letzte verbliebene Supermacht" (bis die Chinesen überholen) ist eigentlich sogar sehr verwundbar.

Szenario Nummer 1 – EMP

EMP USA

Mit der Zündung einer Wasserstoffbombe in großer Höhe könnte ein elektromagnetischer Impuls (ein sogenannte EMP) ausgelöst werden, der nicht nur die komplette Energieversorgung von San Francisco im Westen, Mexico City im Süden, New York im Osten und Churchill im kanadischen Norden zerfetzen würde, sondern dazu auch noch sämtliche Elektronik "schmelzen" lassen.

Eine einzelne Rakete (in den USA warnt man vor allem vor Nordkorea) würde dafür sorgen, dass unzählige Kraftwerke für mehrere Jahre stillstehen, weil es für diverse extrem teure Teile keinen Ersatz gibt und eine Nachproduktion entsprechend lange dauert. Der Kontinent wäre damit quasi in jenes Zeitalter "zurückgebombt", in dem es keine umfassende Stromversorgung gab.

Allerdings muss man sich dann auch die Frage stellen: Was geschieht mit den ganzen Atomkraftwerken? Diese könnten in solch einem Fall mit Kernschmelzen konfrontiert werden, was dann zu Dutzenden "Fukushimas" bzw. "Tschernobyls" führen würde – eine großflächige radioaktive Verseuchung inklusive.

Szenario Nummer 2 – Yellowstone

Yellowstone Nationalpark

Unter dem Yellowstone Nationalpark befindet sich bekanntermaßen ein Supervulkan. Dieser würde bei einer Eruption nicht nur alles im Umkreis mehrerer dutzend Kilometer auf einen Schlag vernichten, sondern auch die gesamte nördliche Hemisphäre für mehrere Jahre in eine "kleine Eiszeit" schicken, weil Unmengen an Asche in die Höhe geschleudert würde und dazu noch tausende Tonnen an Schwefelwasserstoffen.

Schätzungen von Vulkanologen haben ergeben, dass bei einer Explosion dieses Vulkans selbst im weit entfernten Los Angeles noch eine mindestens 40 Zentimeter dicke Ascheschicht alles bedecken würde. Auch der Mittlere Westen und weite Teile des zentralen und westlichen Kanadas (also die gesamte Kornkammer Nordamerikas) wären davon betroffen. Das Ergebnis: Zerstörte Ernten und unter Umständen sogar Hungersnöte, weil dies auch die Ernten in Europa und Asien beeinträchtigen würde.

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass eine Eruption des Supervulkans "bald" bevorsteht. In erdgeschichtlicher Dimension gesprochen könnte er morgen schon oder aber auch in ein paar hundert Jahren hochgehen, aber überfällig ist die nächste Eruption eigentlich schon länger.

Aber das ist noch nicht alles: Theoretisch würde es schon ausreichen, eine Rakete mit genügend Sprengstoff an Bord in die Region zu schicken. Diese müsste nicht einmal eine Atombombe sein, sondern einfach nur genügend Sprengkraft entfalten, um die fragile Oberfläche zu zerstören.

Szenario Nummer 3 – Mega-Tsunami

Kanaren Tsunami

Ein anderes Szenario, welches durchaus im Bereich des Möglichen liegt, ist ein von den Kanarischen Inseln ausgehender Mega-Tsunami, der nicht nur fast die ganze Karibik entvölkern würde, sondern dazu noch weite Teile der US-amerikanischen Ostküste, wobei dieser zum Beispiel Florida fast komplett überspülen könnte. In einem Artikel wurde dieses Szenario bereits analysiert.

Man muss nur einmal bedenken, dass die Kanarischen Inseln eigentlich vulkanischen Ursprungs sind und die ganze Region immer noch vulkanisch aktiv ist. Sollte es zu einem größeren Erdbeben mit einem Abbrechen eines Teils einer der Inseln ins Meer kommen, würde dies einen so enormen Tsunami entwickeln, der sich bis zur amerikanischen Ostküste zu einer mindestens dreißig Meter hohen Wasserwand aufbaut.

Komplette Evakuierungsmaßnahmen wären allerdings in der kurzen Zeit nicht möglich, so dass wohl mehrere Millionen Menschen diesem Tsunami zum Opfer fielen. Da zum Beispiel auch New York davon betroffen wäre, also das Finanzzentrum der USA, kann man sich ausrechnen, welchen Schaden dies auch dort anrichten dürfte.

Nur drei von mehreren…

Es gibt noch weitere Szenarien, die durchaus im Bereich des Möglichen liegen – zum Beispiel ein Mega-Erdbeben im San-Andreas-Graben in Kalifornien, welches zumindest die Westküste zerstören könnte. Doch die drei wahrscheinlichsten Szenarien – ob nun durch Menschenhand ausgelöst, oder aber wie im Falle des Yellowstone-Supervulkans und des Mega-Tsunamis auch auf natürliche Weise – sind jene, auf die man sich aufgrund ihrer Zerstörungskraft konzentrieren sollte.

Wie man sieht, leben die Amerikaner nicht nur wegen ihrer Außenpolitik gefährlich, sondern auch wegen ihrer geographischen Lage.