Immer mehr Länder holen ihre Goldreserven (oder auch Teile davon) aus den Lagern der New Yorker Fed in den USA zurück nach Hause. Auch die Türkei.

Von Marco Maier

Viele Zentralbanken der Welt haben Teile ihrer Goldreserven bei der Federal Reserve in New York gelagert. Aber aufgrund der bevorstehenden Finanzmarktturbulenzen und auch aus Sicherheitsgründen, sowie auf Wunsch vieler Völker, veranlassen viele Regierungen die partielle bzw. totale Repatriierung ihrer dort gelagerten Goldreserven.

Bislang waren es Venezuela, Deutschland, Österreich und die Niederlande, welche Teile ihrer Goldreserven anforderten. Nun kündigte auch Ankara an, sämtliche in New York gelagerten Goldreserven heimholen zu lassen und diese bei der Istanbuler Börse zu lagern. Dies berichtet die türkische Tageszeitung "Yeni Safak".

Laut den jüngsten Daten des Internationalen Währungsfonds (IWF) belaufen sich die türkischen Goldreserven auf insgesamt 591 Tonnen, was einem aktuellen Wert von etwa 23 Milliarden Dollar und rund 22 Prozent der nationalen Währungsreserven entspricht. Damit besitzt die Türkei die elftgrößten Goldreserven der Welt – hinter den Niederlanden auf Rang zehn und Indien auf Rang zwölf.

Die Ankündigung kommt in einer Zeit, in der die türkische Lira gegenüber dem US-Dollar und dem Euro auf einem Rekordtief notiert und die Inflation im zweistelligen Bereich rangiert, während die Zentralbank eine Anhebung der Leitzinsen gegen den Wunsch von Präsident Erdogan verweigert. Zudem stellt sich der türkische Staatschef gegen Dollar-Kredite und fordert stattdessen, dass internationale Kredite stattdessen auf Goldbasis vergeben werden sollten. "Warum nehmen wir all die Kredite in Dollar auf? Lasst uns eine andere Währung nehmen. Ich schlage vor, dass die Kredite auf Goldbasis gegeben werden sollten", so Erdogan laut der türkischen Tageszeitung "Hürriyet" bei einer Rede auf dem Global Entrepreneurship Congress in Istanbul am 16. April.

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Der türkische Präsident kann sich auch für einen Goldstandard erwärmen. So sagte er daraufhin, dass sich die Welt mit dem Dollar "immer unter dem Wechselkursdruck" befinde. "Wir sollten die Staaten und Nationen von diesem Wechselkursdruck retten. Gold war die ganze Geschichte hindurch niemals ein Werkzeug der Unterdrückung."

Nun stellt man sich die Frage: Wohin führt dieser Weg? Immer mehr Länder kehren vom US-Dollar ab und suchen eigene Lösungen in Sachen Handel und Finanzwirtschaft. Ist dies nun ein weiterer Sargnagel für das Dollar-Hegemonialsystem?

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