Symbolbild Altersarmut.

Der große Rentenbetrug an den Deutschen

Wer einmal nachrechnet wird feststellen: Eigentlich ist die Rente, so wie sie die Politiker inzwischen gestaltet haben, nur noch eine Abzocke. Man zahlt Zeit seines Arbeitslebens mehr ein als man schlussendlich überhaupt wieder zurückbekommt.

Von Marco Maier

Wissen Sie, wie viel Geld Sie Zeit ihres Lebens in die Rentenkasse einzahlen und wie viel Sie schlussendlich tatsächlich wieder dabei herausholen? Nicht? Wenn die Menschen in Deutschland wüssten, wie die etablierte Politik sie mit der Rente nach Strich und Faden verarschen, sähen die Wahlergebnisse wohl sehr viel anders aus. All die ganzen "Rentenreformen" der letzten Jahre sind nämlich nichts weiter als ein Betrug an den Menschen. Denn auch wenn es ein Umlagesystem ist und keines mit Rentenansparkonto, so zeigt das Ganze doch deutlich auf, dass da etwas gewaltig schief läuft.

Auch wenn manche Leute die nachfolgenden Beispiele als Milchmädchenrechnung ansehen werden, so können Sie sich das für ihren eigenen Fall gerne selbst durchrechnen. Kalkulieren Sie selber durch, wie viel Geld sie im Laufe ihres Arbeitslebens in das Rentensystem einbezahlt haben und was Sie dann schlussendlich dabei herausbekommen und wie lange Sie überhaupt leben müssen, um überhaupt zumindest "eben" auszusteigen. Und bitte, vergessen Sie nicht, dass ihre Renteninformation die Sie periodisch erhalten etwaige Abzüge (Sozialversicherung und Steuern) gar nicht berücksichtigen.

Nehmen wir als Beispiel einen im Jahr 1975 geborenen männlichen Arbeitnehmer, der durchschnittlich 2.500 Euro brutto verdient und seit seinem 18. Lebensjahr im Westen arbeitet. Mit dem Jahr 2042, also dem Erreichen des 67. Lebensjahres, darf er nach aktueller Regelung abschlagsfrei in die Rente gehen. Die Regelaltersrente mit 67 liegt demnach bei knapp 1.200 Euro brutto - abzüglich Versicherungen und ggf. auch Steuern, wie der vereinfachte Rentenrechner zeigt.

Ein ebenfalls im Jahr 1975 geborener männlicher Arbeitnehmer der durchschnittlich 2.800 Euro brutto verdient und seit seinem 20. Lebensjahr im Osten arbeitet, darf ebenfalls mit 67 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen und erhält dann rund 1.400 Euro brutto. Also rund die Hälfte des aktiven Arbeitseinkommens. Wobei man hier auch erwähnen muss, dass Inflation, Lohnerhöhungen usw. natürlich leichte Verschiebungen mit sich bringen und das einfach eine grobe Rechnung ist, um das Ganze aufzuzeigen.

Wenn wir jetzt davon ausgehen, dass die durchschnittliche Lebenserwartung eines Mannes in Deutschland dann bei etwa 82 Jahren liegen dürfte, dann haben wir also etwa 15 Jahre an Rentenbezugsdauer. Das heißt, der erste Arbeitnehmer erhält insgesamt etwa 216.000 Euro (bei Rentenantritt mit 65 wegen langer Arbeitszeit 29.000 Euro mehr, also 245.000 Euro) ausbezahlt, der zweite Arbeitnehmer insgesamt etwa 252.000 Euro. Auch hier noch einmal der Hinweis: Inflation, Rentenanpassungen usw. werden auch hier immer wieder leichte Veränderungen mit sich bringen, aber im Schnitt sollte das Ganze mit der Kaufkraft ungefähr mithalten.

Und jetzt kommen wir ans Eingemachte: Der gesetzliche Rentenversicherungsbeitrag liegt im Jahr 2018 bei 18,6 Prozent des Bruttolohns. Dass dieser je zur Hälfte von Arbeitnehmer und Arbeitgeber getragen wird, ist uninteressant, da dies die Lohnkosten einerseits insgesamt betrifft und andererseits auch das dem Arbeitnehmer zustehende Altersversorgungsgeld - also die Rente - betrifft.

Nehmen wir nun den ersten Arbeitnehmer her, der Zeit seines Lebens durchschnittlich 2.500 Euro brutto zur aktuellen Kaufkraft verdient. Sein Rentenbeitrag liegt bei monatlich 465 Euro. Das sind 5.580 Euro im Jahr. Da er aber erst mit 67 (mit 65 hätte er trotz mehr als 45 Jahre Arbeitszeit immer noch einen kleinen Abschlag) in die Rente darf, zahlt der 49 Jahre lang ein. Das heißt: Insgesamt sind dies dann ca. 273.500 Euro. Geht er mit 65 in die Rente, wären es immer noch 262.500 Euro. Das heißt: Er müsste 18 bzw. 19 Jahre Altersrente beziehen, um zumindest brutto das ausbezahlt zu bekommen, was er eingezahlt hat. Nimmt man die Abzüge an Sozialversicherung und Steuern noch hinzu, sind es sogar mehr als 20 Jahre!

Nicht besser sieht es beim zweiten Arbeitnehmer aus, der im Schnitt 2.800 Euro monatlich verdient. Seine Rentenbeiträge liegen bei 520 Euro monatlich, bzw. 6.250 Euro im Jahr. Wenn er mit 67 in die Rente geht, hat er bereits 47 Jahre gearbeitet. Bis dahin flossen seinerseits rund 419.000 Euro in die Rentenkassen. Bei seiner Bruttorente von 1.400 Euro müsste er schon 25 Jahre in Rente sein, um wenigstens so viel Geld wieder ausbezahlt zu bekommen wie er im Laufe seines Lebens einzahlen musste. Das heißt, mindestens 92 Jahre alt zu werden. Zieht man noch Sozialversicherung und Steuern ab, sind es schon eher 95 Jahre, die er erleben muss, damit sich das Ganze ausgleicht!

Man stellt sich hierbei die Frage, ob es den Deutschen eigentlich nicht auffällt, dass die Politiker mit der totalen Schleifung der gesetzlichen Rente zugunsten privater Versicherungsunternehmen einen gewaltigen Betrug an jenen Menschen durchziehen, die später in die Rente und nicht in die Pension gehen. Man könnte sogar sagen, die Menschen werden von der etablierten Politik nach Strich und Faden verarscht - und trotzdem immer wieder gewählt.