Die Volksrepublik China wird Erdöl künftig nur noch in Yuan bezahlen. Nun heißt es, die werde das Vertrauen der Menschen in den US-Dollar erschüttern. Werden sich die US-Eliten das gefallen lassen?

Von Marco Maier

Peking arbeitet an einem Frontalangriff auf den US-Dollar. Erst vor wenigen Tagen wurden die ersten "Petro-Yuan"-Futures auf den Markt geworfen und kurz darauf verkündet, die Volksrepublik China – immerhin der weltweit größte Importeur des schwarzen Goldes – werde das benötigte Erdöl künftig nur noch in Yuan bezahlen. Angesichts des Umstandes, dass gerade der Petro-Dollar die US-Währung erst zur internationalen Reservewährung Nummer eins machte, bringt dies den Greenback natürlich in Bedrängnis.

Doch nun verkündet die Zeitung "Global Times" in einem Redakteurs-Artikel, dass dieser "Petro-Yuan" das Potential dazu habe, das globale Vertrauen in die US-Währung zu erschüttern. Bedenkt man, dass die Zeitung als das inoffizielle Sprachrohr der chinesischen Führung gilt, ist das eine Ansage, die man nicht außer Acht lassen sollte. Das ist eine indirekte Angriffserklärung auf das globale Dollar-System.

Man muss nur einmal sehen, dass die Einführung der Yuan-Futures ein großer Erfolg war: Am Montag wurden damit insgesamt 18,3 Milliarden Yuan (2,9 Milliarden Dollar) umgesetzt, was deutlich mehr ist als die Analysten erwartet hatten. Für Peking ist dies natürlich ein großer Erfolg, der kurz darauf eben zur oben erwähnten Erklärung führte, künftig Erdöl nur noch in Yuan zu bezahlen.

Bislang war der Kauf des Erdöls auf Dollar-Basis für die Chinesen stets mit einem doppelten Unsicherheitsfaktor belastet: Einerseits dem Ölpreis selbst, andererseits jedoch auch mit dem Wechselkurs zwischen Yuan und Dollar – auch wenn dieser von Peking weitestgehend reguliert wird. Die Kombination aus Futures (also fixen, planbaren Kaufpreisen) und der Denominierung in Yuan sorgt hierbei für mehr Planungssicherheit und Berechenbarkeit. Vor allem jedoch wird die Shanghai International Energy Exchange (INE) so neben dem britischen "Brent" und dem US-amerikanischen "West Texas Intermediate" (WTI) zu einem neuen Preis-Marker auf der Welt. Insbesondere für den rasant wachsenden asiatischen Markt, der dann eben auch auf Yuan-Kontrakte umsteigen könnte.

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Allerdings machen sich die Chinesen damit erst recht zur Zielscheibe der US-Eliten. Wer erinnert sich daran, dass Saddam Hussein damals schon sein Öl nur noch in Euro verkaufen wollte? Auch Muammar al-Gaddafi wollte vom Dollar weg. Nun sind sie beide Weg vom Fenster. Der Iran und Venezuela – beides ölreiche Länder mit schlechten Beziehungen zu Washington – verabschieden sich auch vom US-Dollar. Das heißt aber auch: Man sollte sich darauf vorbereiten, dass es bald schon an einer oder mehreren Stellen krachen wird. So einfach werden die US-Eliten ihr (auch auf dem Dollar basierendes) Imperium nicht aufgeben.

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