Die Volksrepublik China erwirtschaftet im Handel mit den Vereinigten Staaten von Amerika große Überschüsse. Ein Teil davon fließt auch in US-Staatsanleihen.

Von Marco Maier

Wie allseits bekannt ist, exportiert die Volksrepublik China mehr Güter in die Vereinigten Staaten als von dort importiert werden. Das Handelsbilanzdefizit der USA, welches in den letzten Jahren stets so 1,5 bis 1,7 Prozent der US-Wirtschaftsleistung (im letzten Jahr waren es 337 Milliarden Dollar) betrug, führte nun auch zu einem Handelskrieg zwischen beiden Ländern, bei dem nun auch die Zölle massiv erhöht wurden.

Gleichzeitig gilt das Reich der Mitte auch als einer der größten Halter von US-Staatsanleihen. Seit dem Jahr 2000 wurden rund dreißig Prozent des Überschusses im Handel mit den Vereinigten Staaten auch in US-Staatsanleihen investiert. Allerdings zeigen sich dort Jahr für Jahr große Unterschiede. Die nachfolgende Grafik verdeutlicht hierbei, dass die Chinesen US-Staatsanleihen nicht kaufen, weil sie sonst nichts Besseres mit dem Geld machen können, sondern weil sie es wollen.

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China-USA Handel-Staatsanleihen

Für Washington heißt dies aber: Mit steigenden politischen und wirtschaftlichen Spannungen wird es für die US-Regierung jedoch auch immer schwieriger, genügend Käufer für die Staatsanleihen zu finden, wenn China als bisheriger Großkäufer ausfällt und Peking (wie schon im Jahr 2016) sogar noch hingeht und größere Bestände an US-Anleihen auf den Markt wirft. Alleine seit dem Jahr 2000 haben die Chinesen nämlich Staatsanleihen im Wert von rund 1,1 Billionen Dollar gekauft. Da gibt es noch viel abzustoßen.