Besitzt der Vatikan 30.000 Tonnen Gold?

Ein italienischer Autor behauptet, die Katholische Kirche habe in den letzten Jahrhunderten insgesamt 30.000 Tonnen Gold zusammengerafft. Aber Gold ist nur ein kleiner Teil des vatikanischen Vermögens.

Von Marco Maier

Claudio Rendina, ein italienischer Buchautor, behauptet in seinem Buch "Das Gold des Vatikan" ("L'oro del Vaticano"), dass die Katholische Kirche in all den Jahrhunderten ihres Bestehens insgesamt rund 30.000 Tonnen Gold zusammengerafft habe. Das entspricht (geht man von den bisherigen Schätzungen aus) in etwa dreißig Prozent des jemals weltweit geförderten Goldes – und ist mehr, als jene zehn Staaten an Goldreserven besitzen, welche die globale Top-Liste anführen.

Denn, die USA, Deutschland, Italien, Frankreich, China, Russland, die Schweiz, Japan, die Niederlande und Indien besitzen zusammen insgesamt offiziell 22.429,1 Tonnen des beliebten Edelmetalls als Teil ihrer Währungsreserven. Das ist auch schon ein ordentlicher Berg an Gold, der insgesamt etwa eine Billion Dollar wert ist. Die 30.000 Tonnen entsprechen beim aktuellen Preis von 42,86 Dollar pro Gramm immerhin rund 1,3 Billionen Dollar.

Wenn man bedenkt, dass der Vatikan vom 14. bis zum 17. Jahrhundert herum bis zu sechzig Prozent des globalen Goldbestandes kontrolliert haben soll, wäre das gar nicht so abwegig. Portugiesen, Spanier, Franzosen & Co haben ja nicht wenige Goldvorkommen geplündert und der Vatikan gilt ja auch nicht gerade als transparent, wenn es um die eigenen Vermögensverhältnisse geht. Man könnte den eigenen Schäfchen ja irgendwie schlecht verklickern, dass sie gefälligst selbst für die Renovierungen von Kirchen und Kapellen, sowie für das Kirchenpersonal aufkommen sollen.

Selbst wenn es schlussendlich auch nur 10.000 Tonnen Gold und nicht 30.000 sind, die sich tatsächlich im Besitz des Vatikans befinden, wäre dies immer noch ein gewaltiger Berg. Viel umfassender sind jedoch die anderen Anlagen, die sich im Besitz der Katholischen Kirche befinden: Unternehmen, Aktienpakete, Ländereien, Immobilien, Kunstwerke… Laut der Bibel soll man ja nicht gierig sein – aber was schert die Kirche schon die Bibel?

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