Immer mehr Rentner sind im Alter von Minijobs und Leistungen aus der Grundsicherung angewiesen. Und es wird in den kommenden Jahren nicht besser.

Von Marco Maier

Noch im Jahr 2007 (Stichtag 31. Dezember) bezogen laut dem Statistischen Bundesamt (Destatis) 392.368 Menschen ab der Altersgrenze Leistungen aus der Grundsicherung im Alter. Fünf Jahre später waren es schon 464.066 Personen (+18,3 Prozent). Mit Dezember 2017, also weitere fünf Jahre später, lag die Zahl der Grundsicherungsbezieher im Alter bereits bei 544.090 (+17,2 Prozent). Das heißt: Ihre Rente lag unter dem Satz dessen, was von den Regierenden als absolutes Minimum (Hartz-IV-Niveau) angesehen wird. Und selbst das reicht oftmals nicht aus, wie der Andrang von Senioren bei den Tafeln zeigt.

Ähnliche Zahlen finden sich bei bei jenen Rentnern. Bereits im August 2016 titelte die Frankfurter Rundschau "Immer mehr Rentner mit Minijob". In dem Artikel hieß es, dass fast eine Million Rentner in einem Minijob arbeiten würden. Zehn Jahre davor waren es noch um rund ein Drittel weniger. Der Anteil der arbeitenden Rentner (also 65 Jahre und älter) stieg hierbei von 4,4 auf 5,5 Prozent an. Dabei dürften zwischen einem Drittel und der Hälfte arbeiten, weil sie das Geld angesichts der zu niedrigen Rente tatsächlich brauchen.

Angesichts dessen, dass die Zahl der Rentner in den kommenden Jahren immer weiter wachsen wird und die etablierte Politik darauf nur mit der Zerschlagung des Rentensystems zugunsten privater Rentenversicherungen, mit Rentenkürzungen und mit der Erhöhung des Rentenantrittsalters reagiert, wird die Zahl der Menschen natürlich immer weiter anwachsen, welche im Alter nicht mehr über genügend Geld zum Leben verfügen. Schon jetzt ist klar: Ab dem Jahr 2030 droht jedem zweiten Rentner die Altersarmut, weil das Einkommensniveau einfach zu niedrig ist.

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Dabei ist klar, dass infolge der demographischen Veränderungen (Stichwort: Überalterung) und der zunehmenden Automatisierungen gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungen kommen werden, auf die man (nicht nur) auch in Sachen Altersversorgung reagieren muss. War schon die "Industrielle Revolution" ein "Gameplay-Changer" in wirtschaftlicher Hinsicht, so stellt die derzeitige Phase in der auch die Entwicklung der "künstlichen Intelligenz" in den Vordergrund rückt eine enorme Herausforderung dar, auf die man nicht mit alten Rezepten antworten kann.

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