USA: Mehr Muslime als früher – aber viele fallen vom Glauben ab

Viele als Muslime aufgewachsene US-Amerikaner werden zu Atheisten und Agnostikern. Die Zahlen ähneln jenen der ursprünglichen Christen – mit einem großen Unterschied: Die muslimische Bevölkerung wächst auch in den USA weiter an.

Von Marco Maier

Eine Studie zur Religion in den Vereinigten Staaten von Amerika, die vom Pew Research Center veröffentlicht wurde, bringt erstaunliche Ergebnisse mit sich – insbesondere was die muslimische Bevölkerung des Landes betrifft. So bezeichnen sich insgesamt 23 Prozent der als Muslime aufgewachsenen Amerikaner heute als "Ungläubige, Atheisten oder Agnostiker", was in etwa jenem Anteil entspricht, den auch die als Christen aufgewachsenen Amerikaner aufweisen. Dort sind es 22 Prozent. Offensichtlich macht es hier kaum einen Unterschied, welcher Religion man ursprünglich angehört hat – knapp ein Viertel will davon im Erwachsenenalter nichts mehr wissen.

Aber: Ebenfalls 23 Prozent der sich als Muslime bezeichnenden Amerikaner sind Konvertiten, während dies bei den Christen (aller Konfessionen zusammen) gerade einmal sechs Prozent sind. Das heißt: Der Islam in den USA wächst vor allem durch den Übertritt zuvor Andersgläubiger, während dies bei den christlichen Kirchen nicht der Fall ist. Damit findet quasi ein Ausgleich statt, während die christlichen Kirchen so an Gläubigen verlieren.

Das heißt aber auch: Zusammen mit der Zuwanderung von Muslimen und dem Kinderreichtum muslimischer Familien sorgt diese Entwicklung zu einem steten Wachstum der muslimischen Bevölkerung in den Vereinigten Staaten von Amerika. Noch im Jahr 2007 lebten insgesamt 2,35 Millionen Muslime in den USA, wovon 1,5 Millionen Erwachsene waren. Im Jahr 2011 betrug die Zahl der US-Muslime bereits 2,75 (Erwachsene: 1,8) Millionen, um dann bis zum Jahr 2017 auf 3,45 (Erwachsene: 2,15) Millionen anzuwachsen. Der Anteil der Erwachsenen sank dabei von 64 auf 62 Prozent aller Muslime. Insgesamt belief sich der muslimische Bevölkerungsanteil in den USA im letzten Jahr auf 1,1 Prozent.

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Schätzungen zufolge wird die muslimische Bevölkerung der USA bis zum Jahr 2040 auf 8,1 Millionen wachsen, was dann – prognostiziert – etwa 2,1 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen würde. Das sind also keine mit Westeuropa vergleichbaren Zahlen, wo der muslimische Bevölkerungsanteil (vor allem infolge der Zuwanderung, aber auch der höheren Fertilität) bis dorthin deutlich höher liegen wird.

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