USA: Die teure Kriegsmaschinerie – aber alles auf Pump

Im aktuellen Militärbudget der Vereinigten Staaten sind rund 700 Milliarden Dollar vorgesehen. In den letzten Jahren wurden mehrere Billionen Dollar ausgegeben. Aber das ist noch lange nicht alles.

Von Marco Maier

Wissen Sie, wie viel Geld seit 1996 in das US-Militär geflossen ist? Inklusive dem aktuellen Budget sind es mehr als 9,2 (also 9.200 Milliarden) Billionen Dollar. Für dieses Jahr (Haushaltsjahr 2018/19) sind rund 700 Milliarden Dollar eingeplant, während es im Haushaltsjahr 2016/17 noch 606 Milliarden Dollar waren.

Insgesamt betrachtet haben die Vereinigten Staaten beispielsweise laut dem NATO-nahen IISS-Institut in etwa gleich viel Geld ausgegeben wie China, Russland, Saudi-Arabien, das Vereinigte Königreich, Indien, Japan, Frankreich, Deutschland, Südkorea, Australien, Brasilien und Italien zusammen. Dabei macht das chinesische Budget in etwa ein Viertel der US-Rüstungsausgaben aus, jenes der Russen sogar weniger als ein Zehntel.

Von den globalen Militärausgaben, die laut dem schwedischen Friedensforschungsinstitut SIPRI im Jahr 2016 1,69 Billionen Dollar ausmachten, entfielen ganze 36 Prozent auf die USA, während die "Erzfeinde" China und Russland zusammen auf gerade einmal 17 Prozent kommen – also nicht einmal die Hälfte davon.

Aber das ist noch nicht alles. Zum Militärisch-Industriellen Komplex der Vereinigten Staaten gehört nicht nur das Pentagon, auch die 17 Geheimdienste, das polizeistaatliche Überwachungssystem inklusive des Ministeriums für Heimatsicherheit, die Versorgung der Veteranen und Ausgaben für die laufenden Kriege über "Kontraktfirmen" (wer erinnert sich noch an "Blackrock"? Das war nur eine von vielen solcher Söldnerfirmen, die auch heute noch sehr aktiv sind) und diverse "schwarze Kassen" für Geheimoperationen am Kongress vorbei.

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Studien zufolge machte das "Budget für nationale Sicherheit" im Jahr 2016 sogar mehr als eine Billion Dollar aus. Man darf davon ausgehen, dass sich diese Summen inzwischen auf mindestens 1,2 Billionen Dollar pro Jahr aufsummieren. Geld, welches für die Sicherung des gewaltigen US-Imperiums der westlichen Finanzoligarchie benötigt wird. Und Geld, welches nur infolge der gewaltigen jährlichen Neuaufnahme von Krediten (bzw. der Ausgabe von Staatsanleihen) ausgegeben werden kann.

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Will man diese US-Kriegsmaschinerie stoppen, müsste man in einem Schritt nur die finanzielle Versorgung des Molochs beeinträchtigen. Wenn nun das Dollar-System ins Wanken gerät (Petro-Yuan als Beispiel, bzw. die großflächige Abstoßung von US-Bunds durch China, Russland & Co) und die Neuaufnahme von Darlehen immer schwieriger wird, dann fällt auch das US-Imperium in sich zusammen.

Wenn man bedenkt, dass die USA im Jahr 1996 noch rund 5,2 Billionen Dollar Staatsschulden hatten und diese inzwischen auf gut 20 Billionen Dollar anstieg, machen die mehr als 9 Billionen Dollar an Militärbudget plus die mindestens 4 Billionen Dollar zusätzlich für den ganzen "Sicherheitsapparat" faktisch schon den gesamten Schuldenanstieg aus. Damit wird auch klar, wer dieses Imperium mitfinanziert: Jene, die ständig US-Staatsanleihen kaufen und diesen Wahnsinn erst möglich machen.

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