Robert Lighthizer. Bild: Office of the President-elect / Wikimedia CC BY 4.0
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Wer ist Trumps Chef-Verhandler Robert Lighthizer? Eine kurze Vita.

Von Viribus Unitis

Er ist der Chef-Verhandler Donald Trumps für die Strafzölle. Einer, der vor allem in Europa den Wenigsten ein Begriff ist. Nun fragt man sich, wer Robert Lighthizer ist. Er wurde 1947 geboren, ist also 71 Jahre alt, hat zwei Kinder, und drei Enkelkinder.

Am 3. Jänner 2017 wurde Lighthizer von Trump als US-Trade Representative nominiert. Lightizer wurde vom Senat-Finanzkomitee einstimmig als Trade Representative, also Handelsrepräsentant, bestätigt. Die nachfolgende Abstimmung im Senat gewann er mit 82 zu 14. Am 15. Mai 2017 trat er sein Amt an.

Während der Reagan-Jahre war Lighthizer stellvertretender U.S. Trade Representative. In dieser Zeit, von 1983 bis 1985, verhandelte er über zwei Dutzend bilaterale Handelsvereinbarungen, darunter Vereinbarungen für Automobile, landwirtschaftliche Produkte und Stahl (sic!).

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Lighthizer war von 1985 bis 2017, also 32 Jahre, war er bei der Anwaltskanzlei Skadden, Arps, Slate, Meagher & Flom, in Kurzform auch Skadden genannt. Hier war er in der internationalen Abteilung, also internationales Handelsrecht, wobei er diese internationale Abteilung auch leitete.

Interessant ist, dass Skadden auch Parteispenden machte. John Kerry wurde bei seinem Senatswahlkampf finanziell von Skadden unterstützt. Für die Wahlen von 2012 spendete Skadden 1,98 Millionen Dollar – davon 76 Prozent an die Demokraten.

Lighthizer selbst ist Republikaner. Unter seiner Führung wurde jene Strafzoll-Systematik ausgearbeitet, die nun vorliegt. Neun Monate – so Trump – dauerte die Ausarbeitung dieser Strafzoll-Systematik, wobei umfassend Zahlen, Daten und Fakten geprüft und abgewogen wurden. Lighthizer gilt als pedantischer Perfektionist – was man bezogen auf das internationale Handelsrecht auch sein muss, sonst geht man unter.

Das Team rund um Lighthizer – und er selbst – scheinen eine kompakte Einheit zu sein. Die Welt wurde von der „Reciprocal Tax“ völlig überrascht – was für die Verschwiegenheit von Lighthizer und seinem Team spricht. Dieses Team hat die Reciprocal-Tax ausgearbeitet, und niemand hat davon erfahren. Bemerkenswert, in der heutigen Zeit, wo jeder redet und sich wichtig macht.

Lighthizer gilt als völlig unaufgeregter stoischer Typ, der in Verhandlungen einerseits die Ruhe selbst ist, aber auch knallhart dabei. Lighthizers fachliche Qualitäten sind unbestritten. Trump hat mit Lighthizer einen der erfahrendsten Akteure für internationales Handelsrecht im Dienst. Seit Jahrzehnten macht Lighthizer nichts anderes.

Im Vergleich dazu, ist die Handelsbeauftragte der EU, Malmström, ahnungslos. Sie ist studierte Politologin, und hat von internationalem Handelsrecht keine Ahnung. Sie ist das genaue Gegenteil von Lighthizer, sie haut gern auf den Tisch, kündigt in markigen Reden gerne große Taten an – Strafzölle auf US-Erdnussbutter und Orangensaft – und ist auch sonst eher extrovertiert.

Wie Malmström, ahnungslos im Handelsrecht, gegen den erfahrenen Handelsrechts-Profi Lighthizer bestehen will, ist unklar. Wobei, gemäß der „individual nations“ -Vorgabe des US-Präsidenten, ist EU-Malmström für die USA kein Verhandlungspartner. Die Einzelstaaten der EU müssen selbstständig bei den USA Ihre Anträge einreichen und dort verhandeln, nicht die EU.

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