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Donald Trump. Bild: Flickr / Gage Skidmore CC BY-SA 2.0
Donald Trump. Bild: Flickr / Gage Skidmore CC BY-SA 2.0

Trumps mörderische Zollpläne für ein chancenloses Europa

Trump wird von Europas Medien als unüberlegter impulsiver Nicht-Intelligenzler dargestellt. Das nützt Trump und schadet Europa. Man sollte ihn nicht unterschätzen und diese Meinung ehest auf den Müllhaufen der Geschichte werfen.

Von Viribus Unitis

Europa hat grundsätzlich schon verloren, denn durch die Zitierung der EU zu Zollverhandlungen hat Trump das alte Zollgefüge für überholt erklärt. Das alte US-EU-Zollgefüge war sehr vorteilhaft für die EU, sehr nachteilig für die USA. Das will Trump durch diese nun neuen Verhandlungen ändern.

Dadurch, dass dieses alte EU-Vorteils-Zoll-Gefüge aufgebrochen wird, alleinig dadurch hat die EU schon verloren. Denn jeder verlorene Handelsvorteil ist ein Verlust – jeder!

Trump, bezogen auf seine Tweets, und Handelsminister Wilbur Ross, bezogen darauf, dass er macht was Trump vorgibt, haben für den Ausgang dieser Verhandlungen zwei präferierte Optionen – Tariff maximum oder Triff Zero.

Tariff (maximum) bzw. (Hoch-) Zoll-Option

Diese Option ist allgemein bekannt. Trumps immer wiederkehrende Beschwerden darüber, dass das Zollgefüge zwischen den USA und Europa ungerecht sei sind bekannt. Das dies tatsächlich so ist, zeigen die Zahlen.

So werden für ein US-Auto das nach Europa eingeführt wird 10 Prozent Import- Zoll fällig, während ein Euro-Auto das in die USA importiert wird mit nur 2,5 Prozent Zoll besteuert wird. Europa verlangt hier viermal so viel Zoll wie die USA.

Trump will Strafzölle auf Euro-Autos, weil – so meint er durchaus berechtigt – dúrch diese Zolltarife die USA über mehr als 20 Jahre übervorteilt, also benachteiligt wurden. Trump ist in seinen Vorstellungen bei 25 Prozent, wobei er in alten Zeiten auch schon 35 Prozent als Wunschzoll dargelegt hatte.

Diese Option wäre für Europa äußerst negativ, vor allem Europas Autobauer hätten damit zu kämpfen. Aber auch andere Euro-Produkte würden leiden.

Die Hochzoll-Option kann für die EU eigentlich keine Option sein. Eigentlich, das Problem ist nur, die Zero-Zoll-Option ist noch schlechter für die EU als die Hochzoll-Option.

Null-Zoll-Option:

Die Zero-Option – drop (fallenlassen der Zölle) – wurde in einem Trump-Tweet als eine Option genannt:

The European Union, wonderful countries who treat the U.S. very badly on trade, are complaining about the tariffs on Steel & Aluminum. If they drop their horrific barriers & tariffs on U.S. products going in, we will likewise drop ours. Big Deficit. If not, we Tax Cars etc. FAIR! 10:29 PM – Mar 10, 2018

Interessant ist, dass Trump hier mit der EU einer Meinung ist. Die EU wird nicht müde, den freien Welthandel, ohne Handelsschranken, als optimalen Zustand darzustellen. In seit Monaten dauernden Elegien wird genau dieses Ziel als Welt-Ideal von Euro-Politik und Euro-Medien vertreten. Trump wird hart kritisiert, weil er dieses doch so hohe Ideal verletze. Nieder mit den Handelsschranken, ja zum freien Welthandel, so die EU, und zwar Politik und Medien.

Das Problem ist nur: es bestehen Differenzen. Denn die EU, Politiker wie Medien, machen diese Statements nur als PR-Gags. Tatsächlich ist die EU in jeder Form protektionistisch, ja sogar viel protektionistischer als Trump. Die Strafzoll-Liste der EU ist beinahe unendlich. Wasser predigen (wir sind gegen Strafzölle) aber Wein trinken (maximale Strafzölle werden verhängt), so ist die Doppelmoral der EU. Eine geradezu peinliche PR-Bigotterie die man hier darstellt.

Trump hingegen meint es ernst, mit der Zero-Option. Wer Trumps Tweet genau liest wird merken, dass genau zwei Optionen hier genannt werden: entweder knallharte Tarife durch die USA (und die EU) oder Zero – nämlich keine. Die Zero-Option ist ein Handels-Turbo für die USA durch die Hintertür. Erklärt am Beispiel Autos:

Autohersteller Honda verkauft und produziert weltweit Autos. Unter anderem produziert und verkauft Honda sowohl in den USA wie auch in Europa. Honda produziert nicht alle in Europa verkauften Automodelle in Kontinental-Europa. Manche der Modelle werden aus Brexit-UK nach Kontinental-Europa gebracht, andere Modelle kommen direkt aus Japan und werden in Kontinental-Europa verkauft.

Mal angenommen, Honda müsste für seine aus Japan kommenden Modelle bei der Einfuhr in die EU Zoll zahlen, und Honda muss tatsächlich Zoll zahlen, oder – weitergehend – auch die in Großbritannien produzierten Automodelle würden im Zuge des Brexit irgendwie Einfuhrzöllen der EU unterworfen. Wenn dem so wäre, so hätte Honda Chancen über die USA.

Mal angenommen den Trump-USA, also Wilbur Ross, würde es gelingen, mit den EU zu vereinbaren, dass Autos aus den USA ohne jeden Zoll in die EU eingeführt werden dürfen – im Gegenzug gibt es auch keinen Zoll für Euro-Autos die in die USA eingeführt werden. Das wäre die Zero-Zoll-Version, Zero, null nichts niente.

Wenn dem so kommen würde, so könnte Honda aus seinen Autofabriken in den USA den Euro-Markt versorgen – zollfrei – sic!. Die US-Autofabriken sind wegen der geringeren Lohnnebenkosten sehr viel günstiger zu betreiben als beispielsweise EU-Autofabriken. Das wäre viel billiger, als die Autos – mit EU-Zoll – aus Japan heranzuholen.

Diese Systematik lässt sich ausdehnen. BMW baut gerade sein US-Werk in Spartanburg aus. 2019, wenn der Ausbau abgeschlossen ist, wird dieses BMW-Werk das größte BMW-Werk weltweit sein. Auch BMW kann sich fragen – bzw. rechnen – und eventuell manche Modelle für die Produktion in die USA verlegen, weil das günstiger ist, als beispielsweise den deutschen Markt mit Produktionen aus Deutschland zu versorgen. Das kann auch VW-Audi durchrechen, die ihr Werk in Chattanooga haben und jederzeit ausbauen können.

Manche mögen allein dieses Szenario schon als Schreckensvision empfinden, aber das ist sie nicht, das wäre die Soft-Version. Wirklich hart, wirklich hard core, wird es, wenn man sich die vollständigen US-Planungen ansieht, nämlich mit der NAFTA-Funnel-Funktion.

NAFTA-Funnel: Turbo für Trumps Handels- und Produktionsoptimierung

Lighthizers Planungen – und er hat über 9 Monate alle laufenden Zoll-Prozesse geplant, auch diesen, den nun Handelsminister Ross bearbeitet – also Lighthizers Planungen sehen vor, die USA in jedem Fall zum NAFTA-Funnel (funnel = Trichter) für die EU zu machen.

Vermutlich wird im Rahmen der Verhandlungen keine „reine“ Lösung herauskommen. Für manche Produkte werden hohe Zölle kommen, andere werden ausgenommen werden und auf Null gehen.

Trichter bedeutet, den NAFTA-Partnern eine Plattform zur Verfügung zu stellen, über die diese ihre Waren – als US-Waren irgendwie deklariert – über die USA in die EU fließen zu lassen. Das brächte den USA Arbeitsplätze. So wie in der EU auch könnten Fake-EU-Produkte „produziert“ werden. In der EU ist es bei manchen Produkten so, dass nur mehr ein paar Handgriffe an den Produkten gemacht werden und schon ist es „Made in EU“. Gleiche Gummi-Möglichkeiten könnte die Trump-Administration den NAFTA-Ländern Kanada und Mexiko bieten, die dann ihre Produkte im „EU-kopierten Tarnmodus“ in die EU exportieren – mit den niedrigen oder Null-Zöllen der USA.

Das alles ist auch in Zusammenhang mit den momentan in Mexico City laufenden NAFTA-Verhandlungen zu sehen. Entsprechende Mechanismen kann man jetzt ganz locker in den neuen NAFTA-Vertrag einbauen. Die Verhandlungen laufen aktuell, nix is fix, aktuell, da kann man alles Mögliche einbauen, was für die NAFTA-Länder dienlich ist. Das können die Trump-USA sogar als Verhandlungsmasse der USA einfließen lassen.

Wenn das so funktioniert, wie Lighthizer, Ross und Trump sich das vorstellen, dann wäre dies eine zolltechnische Meisterleistung der US-Verhandler, und die ultimative Schreckensversion für Europa. Schlimmer – für Europa – geht’s dann wirklich nimmer!

Für Strategen: Ja richtig, damit wird der Produktionsstandort EU – Autos und sonstiges – grundsätzlich in Frage gestellt, weil über die Jahre ausgehöhlt und so nach und nach als Produktionsstandort finanziell uninteressant.

Und – ja richtig – die USA werden im Gegenzug als Produktionsstandort (Autos und sonstiges) für Investoren immer interessanter. Das müssen nicht nur EU-Investoren sein, auch kanadische oder mexikanische oder sonstige Investoren. Es kann sein, dass es sich sogar für manche China-Produzenten rechnet.

Irgendein alter Spruch hieß „Man sollte seinen Gegner niemals unterschätzen.“ Ein Spruch, alt, aber immer noch ohne Einschränkungen gültig!

Aus den USA kam die Vorgabe, Trump als unsteten, unberechenbaren Dummkopf in Europa darzustellen. Das ist er nicht. Er ist ein berechnender sehr überlegter Intellektueller. Man sollte Trump als das darstellen was er ist. Trump ist kein Idiot, sondern ein gefährlicher Gegner.