Top-General: USA und China in Afrika auf Kollisionskurs

Die globale US-Hegemonie wird an vielen Orten herausgefordert. Auch in Afrika, wo China sehr aktiv ist. Ein Top-General warnt vor einer Konfrontation. Auch Außenminister Tillerson gibt sich kämpferisch.

Von Marco Maier

China stellt die aufstrebende globale Supermacht dar, welche für die Vereinigten Staaten zunehmend zu einer Konkurrenz avancieren. Während die Amerikaner vor allem auch politisch Einfluss auf andere Staaten nehmen, um wirtschaftlich zu profitieren, setzen die Chinesen vor allem auf ihre Finanzkraft, während ihnen das politische System in anderen Ländern egal ist. Gerade auch deshalb fällt es den Chinesen auch leichter in Afrika Fuß zu fassen: Die dortigen Staatschefs müssen keine von Peking initiierte Umstürze fürchten, sondern können sich eher noch darauf verlassen, dass sie von dort Unterstützung erhalten, um die Investitionen abzusichern.

In Dschibuti, am Eingang zum Roten Meer auf der Route zum Suez-Kanal, haben nicht nur die Amerikaner eine Militärbasis, auch die Chinesen sind neuerdings dort mit einer Basis vertreten – und zwar nur rund drei Kilometer von den Amerikanern entfernt. Im Armed Services Committee des Repräsentantenhauses werden diesbezüglich bereits lautstark Bedenken geäußert – über die chinesische Militärbasis in Dschibuti und natürlich die wachsende Rolle der Volksrepublik in Afrika selbst, wo die Amerikaner gerne ihren Einfluss ausbauen würden.

Bei der Anhörung des Kongresses sagte Marine General Thomas Waldhauser: "China ist bereits seit einiger Zeit auf dem afrikanischen Kontinent, aber wir als Kampfkommando haben uns niemals damit in Sachen strategisches Interesse auseinandergesetzt." Angesichts dessen, dass die Möglichkeiten des US-Militärs zur Auffüllung der Reserven und der Betankung der Schiffe stark betroffen sein könnten, sollte China den Hafen dort blockieren, müssten die USA darauf reagieren.

Angesichts dessen, dass US-Außenminister Rex Tillerson ebenfalls die strategische Bedeutung Dschiboutis für die internationalen Handelsrouten hervorhob und dabei auch China attackierte, darf man von einer aggressiveren US-amerikanischen Afrika-Politik zur Eindämmung Chinas ausgehen. Dass gerade ein US-Regierungsvertreter dabei davon sprach, China würde die Souveränität der afrikanischen Staaten untergraben und sie in die Verschuldung treiben, wirkt hierbei wie eine Realsatire. Immerhin waren es bislang stets die Amerikaner und deren Organisationen (IWF, Weltbank, usw.) welche die Souveränität anderer Staaten unterminierten und diese in die Schuldenfalle drückten.

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Auf jeden Fall darf man davon ausgehen, dass sich die USA und China auf dem afrikanischen Kontinent sicher noch öfter in die Quere kommen werden. Die Frage ist nur, ob dies auch auf militärischer Ebene geschehen wird. Angesichts dessen, dass Washington die chinesischen Pläne durchkreuzen will, darf man davon ausgehen, dass diese auch – wie üblich – irgendwelche Hilfstruppen losschicken und versuchen, den Chinesen ordentlich Steine in den Weg zu legen.

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