Emmanuel Macron - Bild: Wikimedia Commons / Copyleft CC BY 4.0

US-Präsident Trump hat bei einer Veranstaltung in den USA angekündigt, er wolle die US-Truppen aus Syrien abziehen. Offensichtlich wollte Frankreich seine Truppenpräsenz ausweiten – das scheint nun eher unwahrscheinlich.

Von Viribus Unitis

Aktuell sind offiziell ca. 2000 US- Soldaten in Syrien. Sie kämpfen auch, sind aber hauptsächlich als Ausbilder und „Militärberater“ für die von den USA dort unterstützten Milizen tätig. Vor allem haben sie die Aufgabe, Aufklärungsergebnisse der US- Luftwaffe – und der US- Spionagesatelliten – für die Bodenakteure in militärische Vorteile umzusetzen.

Haupteinsatzgebiet der derzeitigen Aktivitäten ist vor allem der Nordosten, also das Kurdengebiet, aber auch im Südosten ist ein großes Einsatzgebiet, sowie im Süden, in der Grenzregion Syrien-Jordanien-Irak.

Trump in Original (keine Übersetzung um Verfälschungen zu vermeiden): "We're knocking the hell out of ISIS (Daesh). We'll be coming out of Syria, like, very soon. Let the other people take care of it now. Very soon, very soon, we're coming out. We're going to have 100 percent of the caliphate, as they call it–sometimes referred to as land. We're taking it all back–quickly, quickly," 

Abgesehen vom Abzugswillen ist vor allem ein Satz sehr interessant: Let the other people take care of it now. (Lass die anderen Leute sich jetzt darum kümmern)

Syrien: USA raus – Europa noch mehr drin?

Seit Trumps Amtsantritt gibt es in Europa ein Mantra. Sollten die USA irgendwo rausgehen, aus einer Sache, einem Gebiet, einem System, so würde, wenn dies passend wäre, Europa reingehen und die Lücke füllen. Ein Mantra das Mogherini ständig wiederholt, das aber auch schon von Juncker und Merkel zu hören war.

Frankreich hat schon Truppen in der Region – im selben Einsatzmodus wie die USA – also als Ausbilder, Militärberater und Strategie-Umsetzer. Diese Truppen sollen nun offenbar verstärkt werden. Reuters teilt mit: Speaking to Reuters after the meeting with Macron, Khaled Eissa, a PYD member who represents the northern Syria region in Paris, said Macron had promised to send more troops to the area, provide humanitarian assistance and push a diplomatic solution.   …   “There will be reinforcements to help secure from attacks by Islamic State and stop a foreign aggression,” he said, referring to Turkey. “It’s message that this irresponsible action from the Islamists in Ankara stops.”

Kurdistan 24 ergänzte: In a meeting with Kurdish and Arab representatives in Syria, Macron expressed his country's readiness to send French troops to support the US-led Coalition in Syria, which includes the Syrian Kurdish People's Protection Units (YPG), Paris-based news magazine Marianne said.   …   Accompanied by his special chief of staff, Admiral Roger, Macron announced that he would send French Special Forces to Manbij in coordination with the US, another report by Le Parisien said.

Die BBC meldete, Frankreich und Macron wollten im türkisch- kurdischen Konflikt vermitteln: France has offered to mediate in the conflict in northern Syria, where Turkey launched a military offensive against Kurdish fighters in January.

Als der türkische Präsident Erdogan von Frankreichs und Macrons Plänen hörte, war er sogleich in freudiger Erregung (oder wie immer man auch den Zustand beschreiben könnte). Das iranische Press TV zur türkischen Reaktion:

Das mit der Vermittlungsmission war keine so gute Idee: The French leader’s mediation offer also fell on cold shoulders in Ankara as it swiftly turned down any dialog. … “We reject any efforts to promote ‘dialog,’ ‘contact’ or ‘mediation’ between Turkey and those terrorist organizations,” Ibrahim Kalin, a spokesperson Erdogan, said in a Twitter.

Und das mit der Aufstockung des Militärpersonals war schon gar keine gute Idee: Macron’s remarks drew an angry reaction from Ankara, with Deputy Prime Minister Bekir Bozdag saying Friday that the promise to back the Kurds amounts to support for and legitimization of terrorist groups.   …   “Those who enter into cooperation and solidarity with terror groups against Turkey…will, like the terrorists, become a target of Turkey,” Bozdag wrote on Twitter. “We hope France does not take such an irrational step.”

Präsident Erdogan – freundlich wie immer – milderte dies dann etwas ab: President Recep Tayyip Erdogan also denounced France’s stance as “completely wrong.” … Ankara, he added, has no intention of harming soldiers of allies countries deployed to northern Syria, but that it could not allow militants to roam freely near the Turkish border.

Und nachdem das alles geklärt war, meldete die Washington Post: France denied claims of a military buildup against Turkish forces in Syria, scrambling Friday to calm tensions with NATO ally Turkey that threaten to further aggravate the Syria war.

Soweit zu den Aktivitäten des Präsidenten der Französischen Republik, Emanuel Macron. Er disponiert 300 Atomsprengköpfe. Frankreich ist VETO-Macht im UN-Sicherheitsrat. Dieser Präsident fabriziert so eine Lachnummer, die zeigt, dass er keine Ahnung hatte, als er seine Anküdigungen machte, in was er sich einließ. Seine Berater sind nicht allzu qualifiziert, und er selbst so scheints ahnungslos. Ein Ahnungsloser als Herr über 300 Atomsprengköpfe – wie beruhigend!

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