Archivbild. Angebliche Giftgasopfer werden von den Weißhelmen ohne Handschuhe "dekontaminiert". Bild: Twitter

Vieles deutet darauf hin, dass die Gift-Geschichte in Salisbury der Auftakt zu einer ganzen europäischen Anschlagsserie nach syrischem Muster ist. Europa hat sehr bewusst diese Systematik, die bisher nur in Syrien angewendet wurde, nach Europa importiert.

Von Viribus Unitis

Seit 2013 gibt es in Syrien eine Giftanschlagsserie nach immer gleichem Muster. Eingesetzt wurde Sarin, dann auch oftmals Chlorgas, der Täter, so wird dargestellt, ist jeweils Assad, also die Regieruungs-Militärs, die Opfer werden jeweils gerettet von dem Weißen Helmen, einer von den Briten unterstützten Organisation die mannigfaltigen Berichten zufolge der al-Kaida nahestehen sollen. Die Opfer sind meist Frauen und Kinder.

Diese syrischen Giftgaseinsätze machen für Assad keinen wie auch immer gearteten Sinn. Sie sind militärisch nutzlos und bringen Assad nur eine international schlechte Presse. Und diese absolut kontraproduktiven Giftanschläge lässt Assad ständig seit Jahren durchführen – so die West-Medien.

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Und das auch noch als die Russen schon in Syrien aktiv waren – die Russen unterstützen passiv (und vermutlich auch aktiv) Assad noch in seinem Gift-Anschlags- ktivitäten. Genau das, wird genau so dem westlichen Medienkonsumenten durch Politik und Medien dargebracht.

Diese syrischen Giftgaseinsätze machen für Assads Gegner sehr wohl Sinn. Als Teil der psychologischen Kriegsführung gegen Assad sind diese Anschläge psychologisch sehr gut brauchbar, und als Teil der Medien-Berichterstattung gegen Assad sehr gut verwertbar.

Das hat bisher – als mediale Anti-Assad-Kampagne – in Europa sehr gut funktioniert.

Grundsatzentscheidung in Europa: Syrien-Import ja oder nein

Grundsatzentscheidungen darüber, ob man im Rahmen der EU gewisse Aktivitäten umsetzt oder nicht, fallen in Europa, aber nicht in ganz Europa. Entscheidungen in der EU sind nicht demokratisch. Wenn Frankreich und Deutschland entscheiden, dass etwas genau so umgesetzt wird, wie die Beiden sich das vorstellen, dann passiert es auch so. Früher waren die Briten dabei auch noch sehr involviert – die Briten haben hier aber seit dem Brexit – für Euro-Entscheidungen – keine Stimme mehr.

Die Briten können aber Vorschläge machen. Vorschläge in Form von Vorwürfen an Russland. Großbritannien stellt selbst Chemiewaffen her – das sollte man wissen. Das zentrale Kampfstofflabor für die Entwicklung von Chemiewaffen war – und ist – in Porton Down. Heute ist dort die britische Chemiewaffen-Prüfstelle. Jene die vorher Chemiewaffen entwickelten, prüfen nun wenn es chemische Aktivitäten gibt. Das interessante – die Experten aus Porton Down waren sofort vor Ort, als der Anschlag bekannt wurde, denn Salisbury ist nur 12 Kilometer von Porton Down entfernt.

Großbritanniens Außenminister Boris Johnson hatte erklärt, es gäbe überwältigende Hinweise darauf, dass Putin den Salisbury-Anschlag selbst angeordnet habe. Weiter teilte er mit, Großbritannien habe „Evidence“, also Beweise, dass der verwendete Kampfstoff in den letzten 10 Jahren (also aktuell) in Russland hergestellt wurde und Russland einen Lagerbestand davon hätte – was bedeutet das Russland den Chemiewaffen-Sperrvertrag verletzt hätte. Johnson sagte weiter, dass Russland Versuche durchgeführt habe, wie man diesen Stoff für Anschläge verwenden könne.

Auch Premierministerin May war in ihren Aussagen sehr klar – im letzten Artikel-Kapitel sind beide im Original zu sehen und zu hören.

Frankreich und Deutschland mussten eine Grundsatz-Entscheidung treffen. Die Briten-Geschichte einfach irgendwie abtun, oder aber als System in der EU umsetzen. Merkel-Deutschland und Macron-Frankreich erklärten, dass die Beweise gegen Russland genau so klar und eindeutig seien, wie sei von Johnson und May dargestellt worden wären, und deshalb russische Diplomaten- Ausweisungen erfolgen würden.

Dann musste man die EU-Staaten auf Linie bringen – was nicht ganz gelang. Es gelang viele Staaten auf Linie zu bringen – selbst die ständig revoltierenden Ungarn wiesen einen russischen Diplomaten aus – aber nicht alle. Ungarn wollte das Risiko, von Deutschen und Franzosen in diesem Bereich als Außenseiter gebrandmarkt zu werden, nicht eingehen – andere Staaten waren weniger empfindlich.

Mut den man als „beachtenswert“ bewerten darf. Wer machte nicht mit in Europa? Elf EU-Staaten, nämlich Österreich (Begründung weil "neutral"), Belgien, Luxemburg, sowie Slowenien, Slowakei und Bulgarien, Großbritanniens Insel-Nachbar Irland, Portugal und Griechenland, sowie die Mittelmeer-Inselstaaten Malta und Zypern.

Man darf sich natürlich fragen, wo wird der nächste Anschlag stattfinden? Vielleicht in einem jener Rebellen-Länder, die sich weigerten Russen-Diplomaten auszuweisen?

Syrien-Systematik: Variable Anwendungen möglich – International bemerkt

Nachdem dieses System nun international installiert ist – von Syrien kommend nun auch in Europa – darf man sich fragen, wie es weitergeht.

Kommende Anschläge müssen nicht notwendigerweise wieder Giftstoffe sein, also chemisch. Was auch als Anschlagsmittel geeignet ist, sind radioaktive Substanzen, die öffentlich ausgebracht, einen ganzen Bereich verseuchen. Ähnliche Befürchtungen hatte man in den 1990er-Jahren, als die russischen Nuklear-Bestände relativ ungesichert waren. Was wäre – so damals – wenn Terroristen dieses Material als Anschlags-Mittel verwenden würden. Man kann auf Grund der Isotopen-Zusammensetzung genau feststellen, woher das Material ist.

Man hat auch variable Ziel-Möglichkeiten. Aktuell ist Putins Russland Zielland – Johnson teilt ja mit, die Briten hätten überwältigende Hinweise darauf, dass Putin selbst den Anschlag angeordnet habe. Das muss nicht immer so sein.

Was ist, wenn man mit Indien in Verhandlungen keine guten Ergebnisse erzielt? Wird dann die Isotopen-Analyse ergeben, dass das Material aus einem indischen Reaktor stammt?

Das System ist in sich so variabel, dass mit jedem möglichen Stoff jeder mögliche Politiker – oder jedes mögliche Land – das man politisch unter Druck setzen will, auch unter Druck gesetzt werden kann. Was in Syrien funktionierte und nun in Europa gegen Russland funktioniert, kann in gleicher Weise durch Europa gegen – Indien, China, und viele andere Länder angewendet werden.

Nicht, dass dies die Inder nicht auch schon erkannt hätten. Nicht jene Inder, die als Normalbürger ihr Dasein fristen, sondern jene Qualitäts-Medienkonsumenten, also Diplomaten, Militärs, Polit- und Militär-Analysten, Geschäftsleute, Entscheidungsträger und Politiker. Sie wissen zwischenzeitlich, was auf sie zukommen könnte.

Und solche Qualitäts-Medienkonsumenten gibt es nicht nur in Indien, auch in China, in Indonesien, in… – solche gibt es rund um den Globus, in allen Ländern der Welt! Sie alle sehen zu und wissen, wir müssen bei Europa vorsichtig sein, denn was heute Putins Russland passiert, kann morgen uns auch passieren.

Großbritanniens Politiker: Das sagten sie im Originalton

Briten-Premierministerin May bei ihrer Ankuft zum EU-Gipfel – ab Minute 2:20. Der Reporter fragt eigentlich nach dem Hitler-Vergleich, den der britische Außenminister Johnson gezogen hat. May weicht dem aus, und sagt:

What i´m going to be, adressing today and focussing on today at this EU Council is the mutual opportunities and challenges that we are facing together als closed friends and allies. Now, russia sets a brace and reckless attack against the united kingdom when it attemted to murder of two people on the streets of Salisbury. I´ll be raising this issue, with my counterparts today, because its clear, that the russian threat does not respect borders, and indeed, the incedent in Salisbury was part of a pattern of russian aggression against Europe and its near neigbours, from the western balkans to the middle east. Today also … (Terror-Thema)

Damit hat die britische Regierungschefin klar dargelegt, dass es nicht mehr den Verdacht gäbe, dass Russland diese Gift-Attacke gesetzt hat, sondern dass dies bewiesen sei – man beachten den Wortlaut – genau das wurde ausgedrückt.

Auch die Formulierung „from the western balkans to the middle east“ ist zu beachten, denn damit wird indirekt Syrien angesprochen. Auch dort gibt es ständig Gift- Angriffe, wobei Assad als Schuldiger dargestellt wird, und Putin als Mittäter, der Assad passiv – oder auch aktiv – dahingehend unterstützt. Die Phrase „from the western balkans to the middle east“ kommt bei Minute 4:15 bis 4:25 noch einmal vor.

Beschuldigungen gegen Russland durch Boris Johnson:

… about russian stockpiles of chemical weapons. We actually have evidence, within the last ten years, russia has not only been investigating te delivery of nerve agents for the purposes of – of assassination, but has also been creating and stockpiling novichoc. …

Die britische Regierung sagt damit dass sie Beweise für dies alles hätte. Das ist interessant, denn in allen internationalen Erklärungen – von NATO, EU, ja den Briten selbst wird beim angeblich verwendeten Giftstoff immer die Phrase „of a type, developed by russia“ verwendet. Keine der Erklärungen sagt definitiv, dass der verwendete Giftstoff in Russland hergestellt wurde.

Boris Johnson wirft damit Russland auch den Bruch des Chemiewaffen- Sperrvertrages vor. Interessanterweise hat Großbritannien noch keine entsprechende Klage beim Internationalen Gerichtshof eingereicht.

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