Südchinesisches Meer: Großes Marinemanöver Chinas

Die Marine der chinesischen Volksbefreiungsarmee führte ein umfangreiches Marinemanöver im Südchinesischen Meer durch. Eine Machtdemonstration vor der eigenen Haustüre.

Von Marco Maier

Dutzende chinesische Kriegsschiffe führen derzeit bei den jährlich stattfindenden Marinemanövern der Volksbefreiungsarmee im Südchinesischen Meer Übungen durch. Die Militärführung bezeichnet diese ausdrücklich als "Kriegsvorbereitung", da man in Peking von einem baldigen Angriffskrieg der Amerikaner ausgeht. Die Nachrichtenagentur Reuters veröffentlichte auch Satellitenbilder dazu.

Mit den Übungen, an denen auch der chinesische Flugzeugträger Liaoning teilnimmt, will Peking vor allem den Amerikanern zeigen, wer der Herr im Hause (also in den umstrittenen Gewässern des Südchinesischen Meeres) ist. Denn die US Navy schickt immer wieder ihre eigenen Kriegsschiffe samt Kampfjets in die Region, um so die Chinesen zu provozieren.

Das taiwanesische Ministerium für Verteidigung und nationale Sicherheit teilte kürzlich mit, man habe zwei Schiffe und Militärflugzeuge losgeschickt, um den von U-Booten flankierten aus mindestens vierzig Kriegsschiffen bestehenden Konvoi im "Schatten" zu verfolgen, als dieser die Taiwan-Straße durchfuhr. In Taipeh befürchtete man, die Volksrepublik könnte dies für eine Invasion auf der als "abtrünnige Provinz" geltenden Insel nutzen.

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Die Volksrepublik China beansprucht (siehe Grafik unten) einen Großteil des Südchinesischen Meeres für sich, wobei große Teile eigentlich "Verhandlungsmasse" mit den anderen Anrainerstaaten sind. Angesichts dessen, dass Peking das Ostchinesische Meer inzwischen umfangreich absichern konnte, blieb bislang nur die Südflanke für etwaige Angriffe durch die USA und deren Alliierten offen, weshalb Peking die Errichtung "künstlicher Inseln" im Südchinesischen Meer forcierte, auf denen Militäreinrichtungen der Volksbefreiungsarmee aufgebaut wurden.

Südchinesisches Meer

Angesichts dessen, dass es sich hierbei um eine der größten chinesischen Marineübungen handelt, die jemals in der Region durchgeführt wurde, heißt es aus Analystenkreisen, dass Peking damit vor allem eine "Inter-Flotten-Zusammenarbeit" demonstrieren möchte, um so beispielsweise den Amerikanern zu zeigen: Wenn ihr uns attackiert, werden wir uns zu wehren wissen. Auch signalisiert das Reich der Mitte so die eigene Kampfbereitschaft um so den Frieden in einer Region zu bewahren, welche als jene mit dem höchsten Schiffsverkehr weltweit gilt.

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