Ein Stryker-Radpanzer. Bild: Flickr / The U.S. Army CC-BY 2.0

Die globale Nachfrage nach Waffen und anderem Kriegsgerät wächst weiter. Vor allem der Nahe Osten und Indien decken sich ein. Europas Nachfrage wird in den kommenden Jahren wieder steigen.

Von Marco Maier

Wie das schwedische Friedensforschungsinstitut Sipri berichtet, kaufen vor allem die Staaten des Nahen Ostens und Indien verstärkt Waffen und andere Rüstungsgüter. In den letzten fünf Jahren haben die Nahost-Staaten im Vergleich zum Zeitraum 2008 bis 2012 ihre Importe demnach verdoppelt, insgesamt ging rund ein Drittel aller Waffenlieferungen in diese Region. Angesichts der anhaltenden politischen und religiösen Spannungen dort, sowie der Kriege und militärischen Konflikte, ist die Nachfrage nach Kriegsgerät eben groß – und wird ziemlich sicher noch weiter steigen.

Der weltweit größte Rüstungsimporteur ist demnach Indien, welches einen Weltmarktanteil von zwölf Prozent hat. Vor allem die Spannungen mit Pakistan und Indien sorgen dafür, dass Neu Delhi das Militär massiv aufrüstet. Da die Inder viele Waffensysteme nicht selber bauen können, sind sie eben auf Importe angewiesen. Auf dem zweiten Platz der Importeure befindet sich Saudi-Arabien, gefolgt von Ägypten, den Vereinigten Arabischen Emiraten und der Volksrepublik China.

Weltweit größter Exporteur ist demnach die USA. Deren Marktanteil bei den globalen Waffenverkäufen liegt laut Sipri bei 34 Prozent. Gegenüber dem Vergleichszeitraum 2008-2012 konnten die Amerikaner ihre Waffenexporte um rund ein Viertel steigern. Insgesamt lieferten die USA Rüstungsgüter demnach an 98 Staaten, wobei rund die Hälfte aller Rüstungsgüter in den Nahen Osten geliefert wurde.

Russland, das zweigrößte Exportland, verkaufte gegenüber dem Vergleichszeitraum 2008-2012 um 7,1 Prozent weniger Waffen. Deutschland, der weltweit viertgrößte Rüstungsexporteur, fuhr seine Verkäufe um 14 Prozent zurück. In den Nahen Osten aber verkaufte Deutschland laut Sipri trotz heftiger politischer Debatten doppelt so viele Waffen wie im Vergleichszeitraum. Selbst die geschäftsführende Bundesregierung hat seit der Bundestagswahl noch einige solcher Deals abgesegnet.

Angesichts der NATO-Aufrüstungsforderungen (Stichwort "Zwei-Prozent-Ziel") und der Kriegsvorbereitungen gegen Russland darf man inzwischen davon ausgehen, dass die Importe der europäischen Staaten – die um 22 Prozent sanken – wieder deutlich anziehen werden. Vor allem Bestellungen von US-Raketenabwehrsystemen und US-amerikanischen Kampfflugzeugen dürften hier ein großes Plus verursachen.