Russische Botschaft in Berlin, Unter den Linden. Bild: WIkimedia / Jörg Zägel CC BY-SA 3.0

Insgesamt 16 EU-Staaten weisen russische Diplomaten aus. Dazu Albanien, Norwegen, die Ukraine, die USA, Kanada und Australien.

Von Viribus Unitis

Interessant ist, dass alle EU-Länder die ausweisen, dies mit dem Gift-Fall begründen. Das kann aber dann nur heißen, dass all diesen Ländern – auch Merkel-Deutschland – unwiderrufliche umfangreiche Beweise für die Schuld Russlands vorliegen. Doch bisher wurde keiner dieser Beweise vorgelegt, weder von Briten, noch von den Europäern und auch nicht von Merkel-Deutschland.

Die Beweise müssen aber umfänglich vorliegen, sonst gäbe es doch keine Ausweisungen. Die Alternative wäre, es gibt keine Beweise, nur eine Verleumdungskampagne, und hier wird einfach ein Exempel statuiert, weil man es als Exempel braucht.

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Deutschland wird vier russische Diplomaten ausweisen. Wie Deutschland forderte Frankreich vier russische Diplomaten auf, das Land zu verlassen, Dänemark und die Niederlande je zwei und Tschechien drei. Auch Kroatien (1), Ungarn (1) und Rumänien (1) machen mit, sowie Italien (2) und Spanien (2). Dann sind da die nordischen Staaten, Norwegen (1), Finnland (1) und Schweden (1), die drei baltischen Staaten, Estland (1), Lettland (1) und Litauen (3), und das bekannt mit Russen-Aversion behaftete Polen (4) – sie werden die angegebene Anzahl Diplomaten ausweisen. Des Weiteren Albanien (2) und Mazedonien (1).

Die Ukraine wird 13 russische Diplomaten ausweisen,  Kanada vier und Australien zwei. Auch die USA weisen aus – siehe nächstes Kapitel.

Wer machte nicht mit in Europa? 11 EU- Staaten, nämlich Österreich (Begründung weil "neutral"), Belgien, Luxemburg, sowie Slowenien, Slowakei und Bulgarien, Großbritanniens Insel-Nachbar Irland, Portugal und Griechenland, sowie die Mittelmeer-Inselstaaten Malta und Zypern.

USA-Spezial: Maximale Diplomaten-Reduktion seit 2017

Auch die USA weisen aus – ohne großes Tam-Tam, 48 Diplomaten der Washingtoner Botschaft müssen gehen, das russische Konsulat in Seattle wird geschlossen, und auch – das ist interessant – 12 Diplomaten der russischen UN-Mission. Washington begründet dies nicht so sehr mit dem Gift-Fall, sondern damit, dass diese Diplomaten Spione seien.

Trump hatte den Russen im Juli 2017 eine Reihe von Sanktionen umgesetzt, unter anderem auch die Schließung eines Konsulats. Russland reagierte prompt. Russland verordnete Gleichstand. Noch unter Außenminister Kerry war der maximale Diplomatenstab Russlands in den USA auf 445 begrenzt worden. Die USA hatten im Juli 2017 in Russland 1.210 aktive Diplomaten im Werk. Russland reduzierte auf 455 Diplomaten, also um 755 Diplomaten wurde der Personalstand der USA in Russland reduziert. Was für ein Aderlass für die USA.

Nach der aktuellen Reduktion um 48 Personen und der Schließung des russischen Konsulats in Seattle gibt es als neue russisch-amerikanische Maßzahl wohl 397 Diplomaten. Man darf vermuten, dass Russland auch 48 US-Diplomaten ausweisen wird – oder 60 – das ist noch unklar. Ob die USA auch ein Konsulat verlieren ist auch unklar.

Wie Russland mit Europas Diplomaten-Ausweisungen verfahren wird ist unklar. Als die Briten vor einer Woche 23 russische Diplomaten auswiesen reagierte Moskau mit Härte und Gleichstand. Ebenfalls 23 britische Diplomaten wurden ausgewiesen, zusätzlich das britische Konsulat in St. Petersburg (Gleichstandherstellung: Russland hat damit noch die Botschaft in London und ein Konsulat in Edinburg, Großbritannien nun auch nur noch die Botschaft in Moskau und ein Konsulat in Ekaterinburg) und der russische British Council (irgendwie die britische Version des Goethe-Instituts – aber eigentlich umfangreicher) zur Schließung angeordnet.

Russisches Timing: Die Russen hatten ihre Briten-Reaktion so bekannt gegeben, dass einerseits in der EU schon bekannt war was die Briten gemacht hatten, und weitergehend, die Briten in der EU schon für einen breiten Russen Diplomaten-Rauswurf in der EU organisiert hatten.

West-Diplomaten-Ausdünnung in Russland: Der Westen verabschiedet sich von Russland-Eroberung

Was passiert, wenn man die russischen Diplomaten im Westen ausdünnt? Nichts. Es hat für Russland keine Bedeutung, denn Russlands wirtschaftliche und politische Aktivitäten konzentrieren sich auf Asien, also auf die EAEU (EurAsian Economic Union) und die SCO (Shanghai Cooperation Organisation). Ob in Europa und den USA nun ein paar Russen-Diplomaten mehr oder weniger rumlaufen, ist der russischen Diplomatie egal.

Was passiert, wenn man die europäischen Diplomaten in Russland ausdünnt? Dann hat der Westen ein Problem. Sein Einfluss schwindet. Russland ist ein riesiges Land. Je weniger West-Diplomaten dort ihr Wesen – oder Unwesen – treiben, desto weniger Wirkung hat der Westen in Russland. Der große Stab der US-Botschaft war nicht zum Spaß in Moskau und anderen Teilen Russlands. Er war dort, um US-Politik positiv zu verkaufen. Nun ist seit einem halben Jahr dieser Stab so geschrumpft, dass nur die wirklich wichtigen Aufgaben wahrgenommen werden konnten.

Jetzt hat der amtierende US-Außenminister 48 Russen des Landes verwiesen, und vermutlich wird Russland die gleiche Zahl von US-Diplomaten ausweisen. Dann haben die USA nur mehr 397 Diplomaten im riesigen Russland – noch vor einem Jahr waren es 1.210 – (sic!).

Den Briten geht es um Image, und keiner denkt dort über langfristige Folgen nach. Man muss die Sekunde gewinnen, und schon ist alles OK – schon hat man den großen Sieg. Weiß irgendwer noch, wer ein gewisser Pyrrhus war, und was für einen Pyrrhus- Sieg der gemacht hat? Er gewann die Schlacht bei Asculum gegen das Römische Reich, schwächte mit dem Sieg sein Heer aber so nachhaltig (gewaltige Verluste), dass er den nachfolgenden Pyrrhischen Krieg gegen das Römische Reich verlor.

Wobei, der Westen macht hier verbrannte Erde – und bedenkt nicht, dass er Zuseher hat!

West-Politiker mit Autismus-Syndrom: Keiner bemerkt, dass China und Indien zusehen

Für den Westen ist dies nur eine Aktion, um sich von Russland abzugrenzen. Nach der Bilderberger-Transatlantiker-Veranstaltung „Revise, Rebuild, Reboot: Strategies for a Time of Distrust“ vom 8. bis 10. März 2018 in Brüssel, mit heftiger Kritik an Trump, ist klar, dass die Eroberung von Russland und China durch die Bilderberger-Akteure abgesagt ist.

Was nun gemacht wird, ist mit verbrannter Erde so weit als möglich Russland international in die Ecke zu stellen, China auch irgendwie zu isolieren, und so im „Rest der Welt“ doch noch erfolgreich zu sein. Die Akteure – getrieben von Größenwahn – haben ein Problem. Mit ihrer „verbrannten Erde“-Politik zeigen sie dem „Rest der Welt“, was sie erwartet, wenn sie nicht "spuren".

Rest der Welt, darunter fallen Staaten wie Indien, Malaysia, Indonesien, und etc. viele mehr. Diesen zeigt man genau, wie man mit ungehorsamen Staaten verfällt – man statuiert ein Exempel. So ein Exempel kann zwei Wirkungen haben. Unter Anderem die Angst des Zielstaates und dessen Unterordnung unter die harten Aktions-Staaten.

Es kann aber auch dazu führen, dass sich Zielstaaten sagen, mit denen keinesfalls, lieber unter Knute von Russen oder Chinesen, aber niemals mit diesen US-Euro-Brutal-Akteuren. Dann hat man im Rahmen des Kampfes um den Rest der Welt umso größere Hindernisse zu überwinden.

Über die Bilderberger wird man sich bald keine Gedanken mehr machen müssen, denn die haben sich zwischenzeitlich mit ihrer „Verbrannte-Erde-Politik“ beim Rest der Welt selbst überwunden. Und scheinbar hat sich noch keiner der Teilnehmer mit dem größten Gegner auseinander gesetzt, und der heißt China Commonwealth!

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